Liebe Frau Baerbock, die notleidenden Zivilisten in Gaza brauchen nicht Ihr Mitleid. Gaza, nicht „Nahost“.
Sie hätten diesen Menschen längst etwas Echtes bieten können, statt eines sentimentalen Joggingfotos nach 451 Tagen Genozid. Frau Baerbock, Sie sind Außenministerin eines der wichtigsten Partners Israels. Sie hätten ein Waffenembargo erzwingen können. Sie hätten Sanktionen verhängen können. Es ist nur „endloses“ Leid, weil Sie nicht zum Ende beitragen.
Sie haben dem Genozid- und Apartheidregime diplomatisch und politisch den Rücken freigehalten. Sie höchstpersönlich sind ebenfalls Schuld an dem Leid der Palästinenser. Sie haben sich unmissverständlich auf die Seite dieses barbarischen Tötungskults geschlagen. Sie haben die Verantwortung aus „nie wieder“ verraten. Nicht Sie allein, ja, aber Sie eben maßgeblich auch.
Bilden Sie sich für keinen Moment ein, für etwas anderes in Erinnerung zu bleiben, nur weil eine ebenso verblendete Presse nicht das Rückgrat hat, diesen massiven Bruch des Völkerrechts und sämtlicher Menschenrechte konsequent zu benennen.
Ihr Mitleid ändert nichts an dem Schicksal der belagerten und blockierten Zivilisten, der beschossenen und gestürmten Krankenhäuser, der ermordeten Journalisten, der gefolterten Ärzte, der verstümmelten Kinder, den hungernden Mütter, der gestorbenen Neugeborenen, der vernichteten Leben, der unwiderrufbaren Traumata.
Das ist ein Genozid. So sehen es die Expertenkommission des UN-Menschenrechtsrats, die UN-Sonderberichterstatterin, die Menschenrechtsorganisationen Amnesty International und Human Rights Watch, zahlreiche internationale, israelische und deutsche Genozidforscher und nicht zuletzt eben jene Menschen in Gaza, die von Ihnen nichts als selbstgerechte Ignoranz erhalten.
Und Sie wissen all das. Und entscheiden sich trotzdem seit 451 Tagen Genozid immer und immer wieder dafür, die Täter zu unterstützen, zu schützen, zu verharmlosen und gutzureden. Joggen Sie weiter. Irgendwohin, wo Sie diesen schutzlosen Zivilisten nicht mehr weiter schaden.
Mit kritischen Grüßen,
ein Journalist, der in Solidarität mit seinen ermordeten Kolleginnen und Kollegen Ihre Komplizenschaft nicht verschweigen will






