Wer Datteln ohne den Beigeschmack illegaler israelischerSiedlungen genieĆen will, muss genauhinschauen. Denn manche Produkte tarnen sich gar als āpalƤstinensischā.
Woher kommen Datteln, die im deutschen Markt dominant sind?

Dattelpalmen brauchen ein heiĆes, trockenes Klima mit langen, heiĆen Sommern, sehr wenig bis keinem Regen und niedriger Luftfeuchte wƤhrend der Reife, normalerweise mit BewƤsserung. Wer sich fragt, wie es mƶglich ist, dass Datteln aus Frankreich oder den Niederlanden kommen kƶnnen, wenn das Klima dort keinen Anbau zulƤsst, stellt die richtige Frage.
Fast die Hälfte der Datteln in den Niederlanden und gut ein Drittel der Datteln in Frankreich stammt laut öffentlichen Statistiken der Weltbank aus Israel. Das gilt auch für andere Länder. Der geschätzte Gesamtanteil israelischer Datteln im deutschen Markt könnte sich auf rund 25 % beziffern lassen.
Datteln kommen in vielen Farben und Formen

Tunesische š¹š³ Datteln sind beinahe ausnahmslos Datteln der Sorte Deglet Nour. Sie sind lƤnglich, dünn, süà und klebrig. Leicht zu unterscheiden.

Iranische š®š· Datteln der Sorten Mazafati, Piarom oder Kabkab sind (mit leichten Unterscheidungen) klein, kurz, dick, süà und weich. Auch leicht zu unterscheiden.

Medjoul Datteln sind groĆ, haben viel Fruchtfleisch und karamellig. die Sorte, bei der sich Unterschiede nicht leicht erkennen lassen. Es ist die Sorte, bei der man viel falsch machen kann.
Medjoul Datteln – Hier beginnt das Problem
Der EU-Marktinformationsdienst CBI schƤtzt: 50 % aller nach Europa exportierten Medjoul-Datteln stammen aus Israel. Das Lebensmittel Fachmagazin Fresh Plaza geht von bis zu
75 % aus. Gerade auch, weil viele Datteln aus Israel (und israelischen Siedlungen im illegal besetzten palƤstinensischen Westjordanland) nicht als israelisch gekennzeichnet werden.
Die Dattelsorte Medjoul stammt ursprünglich aus der Region Tafilalt im Süden Marokkos. In den 1970er Jahren brachten Geschäftsleute die Sorte aus dem US-amerikanischen Kalifornien nach Israel. Ab den 1990ern wurde die Sorte auch von palästinensischen Bauern im Westjordanland angebaut. Palästinenser bauten aber auch zuvor Datteln auf, ehe die israelische Besatzung allein in der Region Jericho 86 % der Farmen an sich riss.
Medjoul entwickelte sich schnell zur beliebtesten Dattel für den Exportmarkt weltweit. Für PalƤstinenser ist sie eine wichtige Einnahmequelle. Mittlerweile sind Medjoul Datteln für palƤstinensische Bauern zu einem symbolischen Ćberlebenskampf geworden. Denn Israel versucht, den palƤstinensischen Medjoul-Export zu stƶren.
āWir sind belagert. An manchen Tagen greifen Siedler unsere Plantagen an. An anderen Tagen kommen HƤndler zu mir und bieten mir Geld dafür an, Datteln unbekannter Herkunft unter meine zu mischen.ā
Abu Muhammad (Name geändert) ist ein Kleinbauer im illegal von Israel besetzten palästinensischen Westjordanland. Sein Hauptgeschäft sind Medjoul-Datteln. Ein Beruf, den er nur unter erschwerten Umständen ausüben kann.
Das PhƤnomen, das der palƤstinensische Kleinbauer beschreibt, nennt sich DattelwƤsche.
Datteln aus Plantagen in Israel und insbesondere aus illegalen Siedlungen im Westjordanland werden unter falschem Etikett nach Europa exportiert. Das heiĆt: Es gibt Datteln aus Israel und aus illegalen Siedlungen, die unter dem Label āNiederlandeā, āMarokkoā, āVereinigte Arabische Emirateā oder gar āPalƤstinaā verkauft werden.
Die Itidal-Recherche beleuchtet einen umkƤmpften Markt, und zeigt: Wer sichergehen will, muss genau hinschauen. Denn auch der deutsche Markt ist voll mit israelischen Datteln, die nicht als solche gekennzeichnet sind. Wir haben Beispiele recherchiert.
DattelwƤsche
Wie waschen israelische Zulieferer Datteln?
Die meisten Datteln, die Israel exportiert, stammen nicht aus Israel. Laut dem israelischen Pflanzenrat (Moāatzat HaTzmachim) exportiert Israel 35.000 Tonnen Datteln pro Jahr. In den Dattelplantagen im israelischen Arava-Tal werden laut dem israelischen Agrar-Magazin Lahaklai lediglich 8.800 Tonnen Datteln produziert. Der Rest, also 75 %, stammt aus illegalen israelischen Siedlungen im vƶlkerrechtswidrig besetzten palƤstinensischen Westjordanland. Israelische Firmen kennzeichnen diese Herkunft nicht.
Noch dreister ist aber eine andere Form der Dattelwäsche. Israelische Zulieferer schaffen es nämlich Datteln aus illegalen Siedlungen in den palästinensischen Export zu schleusen. Aufgrund der wirtschaftlichen Benachteiligung von Palästinensern können Israelis die Datteln 30-40 % günstiger anbieten.
Warum sind israelische Datteln günstiger als palästinensische? Palästinenser müssen z.B. fünf mal mehr für Wasser zahlen als Israelis.

Der Staat Israel subventioniert das Wasser für israelische Bauern. Sowohl auf Plantagen in Israel als auch auf israelischen Plantagen im illegal besetzten Westjordanland. Die Israelis erhalten günstiges Wasser aus Kläranlagen.
Palästinensern wird der Zugang zu geklärtem Wasser untersagt. Selbst wenn ihre Plantagen direkt an illegale israelische Plantagen angrenzen. Palästinenser müssen auf teures Quellwasser zurückgreifen.
Zwielichtige ZwischenhƤndler
Der palƤstinensische Dattelbauer Abu Ahmad (Name geƤndert) erklƤrt im GesprƤch mit Itidal, wie das GeschƤft der DattelwƤsche lƤuft, obwohl das PalƤstinensische Gesetz den Handel mit Siedlerwaren verbietet:
āEs herrscht ein enormer Preisdruck auf dem Markt für uns. Aufgrund der israelischen Restriktionen ist es für Bauern wie mich erheblich teurer, Datteln anzubauen. Nicht nur das Wasser ist teurer. Ich muss auch Sicherheitsvorkehrungen für meine Plantage bezahlen, weil Siedler uns angreifen. Jede Ernte ist für uns ein Kampf, am Ende überhaupt all unsere Mitarbeiter bezahlen zu kƶnnen.ā
Die Unsicherheit werde dann von zwielichtigen GeschƤftsleuten ausgenutzt. āWenn ich beispielsweise weiĆ, dass ich 8 Tonnen Datteln ernten werde, dann melde ich das amtlich an. Ich kann nur so viel verkaufen, wie ich genehmigt kriege. Davor aber kommen HƤndler zu mir und bieten mir den Kauf all meiner Datteln an. Ich meine nicht die groĆen Firmen. Das sind andere GeschƤftsleute. Diese bieten mir die vollstƤndige Bezahlung vorab an. Dieser HƤndler geht dann aber zum Amt und meldet statt 8 Tonnen zum Beispiel 12 Tonnen an. Die Differenz von 4 Tonnen kauft er woanders ein. Wo? Gott weiĆ es besser. Dann werden die Datteln mit israelischen Datteln aus Siedlungen gemischt und gehen zu einer groĆen Firma, sie verpackt sie im Westjordanland und die exportiert die dann. Ich kenne Bauern, die davon betroffen sind.ā Wenn man über das Thema spricht, müsse man mit Problemen rechnen. āIch kenne eine Person, die mit einer Zeitung gesprochen hat. Er wurde danach von ganz oben bedroht. Mehr kann ich nicht sagenā, so Abu Ahmad.
Israelische DattelwƤsche ist kein Geheimnis
Das palƤstinensische Medium Kasmawi berichtete 2012 unter Berufung auf Zeugenaussagen davon, dass Datteln aus israelischen Siedlungen über ZwischenhƤndler in Zypern und der Türkei nach Europa und in arabische LƤnder umgeleitet werden. Die Datteln seien dabei mit instransparenten Herkunftsbezeichnungen wie āHeiliges Landā oder āJordantalā vermarktet worden, wodurch der Eindruck palƤstinensischer Herkunft entstehen sollte.
Eine Recherche der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu von 2014 zeigte, dass das PalƤstinensische Wirtschaftsministerium 20 Tonnen israelische Datteln beschlagnahmte, die von ZwischenhƤndlern als āpalƤstinensischā verkauft werden sollten. Die Recherche zitiert palƤstinensische und israelische Zeugen, HƤndler nƤhmen Datteln aus israelischen Siedlungen an, brƤchten sie zu Packbetrieben und diese würden anschlieĆend āals Produkt PalƤstinasā vermarktet.
2021 berichtete das katarische Medium Al Jazeera von der Festnahme von sechs Personen, darunter zwei ehemalige Minister, durch die palästinensische Staatsanwaltschaft für Antikorruption und die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte im Zusammenhang mit dem Vorwurf, Siedlungsdatteln als palästinensischen Ursprungs zu vermarkten.
Auch 2021 berichtete Independent Arabia, palƤstinensische Quellen hƤtten angegeben, dass āseit Jahren jeder in den Gebieten der Dattelfarmen im Westjordanland sieht, wie mit Datteln beladene Lastwagen die Siedlungen verlassen und zu palƤstinensischen Unternehmen fahren, bevor sie als palƤstinensische Produkte wieder exportiert werden.ā
Datteln made in Palestine? or Made by Israel?
Gegenüber zwei palƤstinensischen Unternehmen gab es in der Vergangenheit den Vorwurf, Teil von DattelwƤsche zu sein: Palestine Gardens und Qitaf. 2012 schrieb die norwegische Gewerkschaft Fagforbundet in einem Bericht, der norwegische Importeur BAMA habe eine Zusammenarbeit mit dem palƤstinensischen Exporteur Palestine Gardens im Westjordanland begonnen, āin Zusammenarbeit mit Mehadrinā, einem israelischen Exporteur, der auch mit Ware aus illegalen israelischen Siedlungen handelt. Ab 2017 berichtete die palƤstinensische Zeitung Al Hadath, sie habe eine unterzeichnete Vereinbarung über die Lieferung von Datteln zwischen Mehadrin und Qitaf erhalten. Im Dezember 2021verƶffentlichen Wattan und die Antikorruptions-NGO Aman eine Recherche mit dem Vorwurf, Siedlungsdatteln würden lokal und international als palƤstinensische Ware verkauft. Als Beispiel wird ein Fall von 2019 genannt, in dem Datteln aus vermeintlich palƤstinensischer Produktion in die Türkei exportiert wurden, noch bevor palƤstinensische Datteln überhaupt geerntet worden seien. Seit den Festnahmen und Vernehmungen 2021, darunter der Vorsitzende des Palestine Gardens Mutterkonzerns, ein ehem. Minister, liegt der Fall behƶrdlich auf Eis. Palestine Gardens sieht sich deshalb in seiner Unschuld bestƤtigt weist die Vorwürfe auf Anfrage von Itidal hin vollstƤndig zurück. Palestine Gardens arbeite unter āstrenger Kontrolleā. Das Unternehmen zeigt sich stolz, den palƤstinensischen Dattelsektor groĆ gemacht zu haben. Auch Qitaf weist Anschuldigungen nach unserer Anfrage von sich. Der Dattelsektor unterliege einem āstrengen Kontrollsystemā und es gebe ākeinen einzigen Fallā eines Kaufes von Siedlerware. Beide Unternehmen verweisen darauf, die palƤstinensischen Behƶrden hƤtten keine belastenden Beweise gefunden.
Nesrin Food aus Frankfurt am Main gehƶrt unserer Recherche nach zu den grƶĆten DattelhƤndlern Europas. In vielen türkischen und arabischen SupermƤrkten in Deutschland findet man Datteln von Nesrin Food, grƶĆtenteils Medjoul Datteln. Auf unsere Nachfrage gibt Nesrin Food an, Datteln aus Tunesien, Israel und PalƤstina zu kaufen. Die genaue Herkunft je Packung mƶchte Nesrin Foods nicht nennen. Der GeschƤftsführer Nabil Zerouali gibt an, die Herkunft der Datteln sei āchargenabhƤngigā. Alle abgebildeten Dattelverpackungen werden von Nesrin Foods vertrieben. Die Sorte Galilee stammt laut unserer Recherche aus Israel. Nesrin Food bestƤtigte das auf unsere Nachfrage hin. Auf der Verpackung ist eine Moschee abgebildet.
Der Online-Handel Datteldealer wirbt, insbesondere durch Hilfe von Influencern, offen für Datteln aus PalƤstina und gibt an, sie direkt von 40-50 Kleinbauern zu beziehen. Bis vor kurzem bezog Datteldealer seine Datteln aber tatsƤchlich über Nesrin Food, wie ein uns vorliegendes Zertifikat zeigt. Das war auf dem Zertifikat auf der Webseite Datteldealers unkenntlich gemacht. Neuerdings bestelle das Unternehmen seine Datteln von Palestine Gardens. Ein neues Zertifikat wurde hochgeladen. Palestine Gardens verfügt unserer Recherche nach über keine eigenen Farmen, sondern kauft diese selbst ein. Auf unsere Nachfrage zu den Vorwürfen gegenüber Palestine Gardens bezüglich DattelwƤsche, erklƤrt GeschƤftsführer Kovan Miro, diese seien ihm bekannt. Er habe jedoch āintensiv geforschtā und würde āerstmal eine Unschuldsvermutungā gelten lassen. Er bezieht sich auch auf Boykottseiten, die Palestine Gardens ausdrücklich nicht problematisieren. Durch āden Stress und den Druckā überlege er aber, zukünftig Datteln aus Ćgypten zu beziehen.
Man kann sehr wohl sorglos palƤstinensische Datteln aus PalƤstina kaufen
Im palƤstinensischen Westjordanland gibt es zehn groĆe palƤstinensische Dattellieferanten, sie sind in einem Rat organisiert. Nur gegenüber zwei von ihnen gab es Vorwürfe der DattelwƤsche. Die meisten der zehn Firmen haben eigene Farmen. Der GroĆteil der Datteln kommt bei allen von palƤstinensischen Kleinbauern.
Und umso wichtiger ist es, die palƤstinensischen Bauern in ihrem GeschƤft zu unterstützen, indem man ihre Produkte einkauft. Denn ihr Lebensunterhalt wird durch die israelische Besatzungspolitik bedroht. Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitƤrer Angelegenheiten (OCHA) zƤhlte 2025 mindestens 1.770 dokumentierte Angriffe durch israelische Siedler auf PalƤstinenser im Westjordanland. Oft trifft es Bauern. Plantagen werden verbrannt, BƤume entwurzelt, Tiere getƶtet, HƤuser angegriffen. Allein 2025 wurden bei ĆberfƤllen durch Siedler und Israels Besatzungstruppen im Westjordanland 240 PalƤstinenser getƶtet, darunter 55 Kinder. Weitere 1.190 wurden verletzt.
Doch die PalƤstinenser beharren auf ihre Leben und ihre Bƶden. Durch das Kaufen ihrer Produkte kann man sie im Ćberlebenskampf unterstützen.
PalƤstina-Experte Abed Hassan erklƤrt, warum es wichtig ist, palƤstinensische Datteln zu kaufen und vorsichtig dabei zu sein. āDattelwƤsche ist nicht nur ein Wirtschaftsdelikt. Es geht darum, Land zu besetzen, die PrƤsenz der Siedler in PalƤstina zu verfestigenā, so Hassan. Das betreffe nicht nur den Dattelmarkt, sondern ādie gesamte SolidaritƤtsindustrieā. Es bestehe die Gefahr, dass manche Unternehmen Profit aus Boykottgedanken schlagen. Die Verantwortung, das zu verhindern liege zu aller erst beim HƤndler. Es sei ānicht einfach, aber mƶglichā, an Informationen zu kommen, z.B. über arabische Recherchen. Abed Hassan empfiehlt Konsumentinnen und Konsumenten bei fehlender Transparenz durch HƤndler penibles Nachfragen und Hinterfragen.
Ist das Nachfragen zu viel verlangt? Nein, findet der Deutsch-PalƤstinenser Bilal El Hammoud. Er betreibt das Berliner LadengeschƤft mit Online-Handel Sunnah-Shop und zeigt sich verstƤndnisvoll für Skepsis. āEs ist wichtig, genau hinzusehenā, so El Hammoud. Bevor er Datteln aus PalƤstina eingekauft hat, besuchte er die Farmen im Westjordanland selbst. Er bezieht sie vom Lieferanten Rift Valley āWir stellen der Kundschaft jederzeit gerne das Zertifikat bereit und erklƤren auch gerne, worauf man achten sollte.ā Auch der Deutsch-PalƤstinenser Souhail Kahla, der GeschƤftsführer von Nabali Fairkost, einem deutschen Unternehmen, das zum palƤstinensischen Lebensmittelproduzenten Rift Valley gehƶrt, betont, dass das Hinterfragen der Herkunft ānicht nur okay, sondern nƶtigā sei.
Der PalƤstinenser Amin Rjoub ist in Al Khalil (Hebron) geboren worden. Dort, wo es auch einige Dattelplantagen gibt. Er betreibt in Deutschland den Online-Shop Albyarah. Er sieht den Kauf von palƤstinensischen Produkten als Frage des kulturellen Ćberlebens. Für ihn liege die PriotitƤt darin, ādie palƤstinensische Wirtschaft zu stƤrken. Unsere Mission ist es, palƤstinensische Bauern, Frauenkooperativen und traditionelle Manufakturen zu unterstützen, und zwar um jeden Preisā, so Rjoub. Er bezieht seine Datteln vom palƤstinensischen Dattellieferanten Nakheel, der ihn vor Ort von seiner Transparenz überzeugt habe. Seine Partner für palƤstinensische Produkte suche er mit ƤuĆerster Vorsicht aus, erklƤrt der Hamburger. āIch verfolge die palƤstinensischen Lokalnachrichten tƤglich, und um das Jahr 2022 wurde das Thema DattelwƤsche dort intensiv beleuchtet. Nicht als theoretisches Konzept, sondern als konkrete Bedrohung für unsere Bauernā. Von europƤischen HƤndlern erwartet er āTiefenrechercheā und āVor-Ort-Kontrolleā. Bei ihnen liege die Verantwortung, nicht beim Kunden hierzulande. Dennoch empfiehlt Amin Rjoub Konsumenten, Unternehmen zu hinterfragen und vorsichtig zu bleiben. āDie Methode der Herkunftsverschleierung Ƥndert sich stƤndigā.
Itidal hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelschutz um Stellungnahme gebeten, warum Datteln auf dem deutschen Markt ohne Herkunftskennzeichnung verkauft werden dürfen. Das Bundesamt verweist auf ZustƤndigkeit der LandesƤmter. Das Bayerische Lebensmittelamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gibt an, bei Datteln gebe es eine Ausnahmeregelung. Eine Herkunftskennzeichnung erfolge āfreiwilligā.
Damit existiert eine Transparenzlücke. Wir haben das Bundesamt darauf hingewiesen, dass aufgrund der Untermischung von Datteln aus illegalen israelischen Siedlungen im Westjordanland eine Irreführungsgefahr für die Endkundschaft in Deutschland bestehen könnte. Das Bundesamt lieà diesen Punkt unbeantwortet.
Wann man skeptisch sein kann:
- Keine Herkunft genannt
- ZwischenhƤndlerherkunft, wie z.B. Niederlande oder Frankreich
- Regionale Herkunftsnennung wie āJordantalā, āJordanā (nicht Jordanien)
- HƤndler gibt Zulieferer nicht bekannt
Wie man sichergehen kann:
- Genaue Herkunft auf Verpackung oder in der Produktbeschreibung suchen
- HƤndler nach Zulieferer fragen
- Transparente palƤstinensische Zulieferer suchen
- Zulieferer hinterfragen
- Aus anderen HerkunftslƤndern, die keine Handelsbeziehungen zu Israel haben, kaufen, wie z.B. Tunesien, Algerien, Saudi-Arabien
- HƤndler per Mail um Nachweise bitten
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