In Bosnien geschah ein Genozid, weil man ihn geschehen ließ. Man hätte ihn verhindern können. Die Intention der serbischen Truppen war offenkundig. In Wort und Tat. Wie heute. Srebrenica wurde als UN-Schutzzone deklariert. Menschen suchten Schutz dort. Und sie fanden den Tod. Weil man sie sterben ließ. Man wollte keinen Konflikt mit der serbischen Armee provozieren. Den Preis zahlten die schutzlosen Bosniaken.
Und wieder sieht die Welt zu, wie in Gaza ein Genozid stattfindet. Man darf in dieser jungen Geschichtsschreibung nicht vergessen, dass Israels Partner uns und dem Rest der Welt die Lüge verkauften, Israel würde die Palästinenser „evakuieren“ lassen. Israel nannte Orte in Gaza mehrmals Schutzzonen.
Auch die deutsche Bundesregierung wiederholte mehrmals die Propagandabehauptung, Israel versuche Zivilisten zu schützen und man würde Israel mit Israel humanitäre Hilfe koordinieren. Doch Israels Armee bombardiere schutzlose Zivilisten in allen Orten Gazas, auch in angeblichen Schutzzonen. Zivilisten wurden massenweise nach Rafah vertrieben. Um dann wieder von dort vertrieben zu werden nach Gaza-Stadt. Wo sie nun erneut vertrieben werden. Ins Nichts. Die UN macht ununterbrochen deutlich: Nirgendwo in Gaza ist es sicher. Und doch lässt man den Genozid wieder geschehen. Weil wieder – wie damals – der Tod dieser Menschen einem offenen Konflikt mit den Tätern bevorzugt wird.
Es gibt eine Resolution des UN-Sicherheitsrats, in dem eine sofortige Waffenruhe gefordert wird. Das heißt, es gibt die juristische Grundlage, dass militärisch ein Ende des Genozids erzwungen wird, z.B. durch eine No-Fly-Zone über Gaza. Aber es wird nicht gehandelt. So wie in Srebrenica, wo die NATO das Mandat der UN hatte, einzugreifen. Sie tat es zögerlich. Am Tag des Genozid von Srebrenica selbst wurden vier mal Flugzeuge angefordert. Die serbischen Soldaten wurden nicht aufgehalten. Also ja, es stimmt: Es ähnelt sich und es wiederholt sich.






