Der Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA) blockiert offenbar die geplante Umwandlung des VW-Werks Osnabrück in eine Produktionsstätte für israelische Rüstung. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters, gestützt auf drei Eingeweihte, meldete der drittgrößte VW-Aktionär – mit 17 Prozent der Stimmrechte und zwei Aufsichtsratssitzen – erheblichen Gesprächsbedarf an und verwies auf das angespannte Verhältnis zwischen Doha und Israel. Der Staat Katar prangert den israelischen Genozid in Gaza an und fordert internationale Sanktionen.
Wie itidal bereits berichtete, hatte der staatliche israelische Konzern Rafael im April über seine Tochter Dynamit Nobel Defence eine Absichtserklärung zur Übernahme des Standorts unterzeichnet. Geplant ist die Fertigung von Komponenten für das Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ – Trägerfahrzeuge, Startplattformen, Generatoren. Die Bundesregierung unterstützt das Vorhaben; das Werk liegt in der Heimatstadt von Verteidigungsminister Boris Pistorius.
Brisant ist die Vorgeschichte: VW hatte eine Waffenproduktion stets ausgeschlossen – zuletzt fertigte der Konzern Rüstung im Zweiten Weltkrieg für Hitler. Nun soll ausgerechnet die „Friedensstadt“ Osnabrück, in der einst der Westfälische Friede mitverhandelt wurde, Teile eines Systems liefern, das Israels Vernichtungskriege gegen Gaza und den Libanon militärisch absichert.
Vor Ort regt sich seit Langem Widerstand. Schon am Antikriegstag 2025 demonstrierten Beschäftigte und Friedensgruppen mit Plakaten: „Keine Rüstung in der ‚Friedensstadt'“. Kritiker werfen VW vor, sich aus reinem Standortinteresse zum Zulieferer eines Kriegsapparats zu machen.
Volkswagen kommentiert „Spekulationen“ nicht. An der Entscheidung über rund 2.300 Arbeitsplätze ändert das nichts: Die Autoproduktion lässt VW 2027 auslaufen, eine alternative Perspektive wird nicht angeboten.
Eine Unabhängige Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrats und weitere UN-Stellen haben festgestellt, dass Israel einen Genozid an Palästinensern begeht. Der Internationale Gerichtshof sieht den Genozid-Vorwurf gegen Israel als „plausibel“.