Solidarität mit den Minderheiten Syriens. Syrien muss vielfältig bleiben. Es gibt in Syrien ein schönes Sprichwort: „Jeder Mensch hat zwei Heimaten. Seine eigene und Syrien.“ Diese Heimat von Arabern, Kurden, Turkmenen, Armeniern, Assyrern, Tscherkessen, Tschetschenen, Griechen, Albanern; von Sunniten, Alawiten, Orthodoxen, Drusen, Katholiken, Schiiten, Eziden, Juden und all der anderen Völker und Religionen darf sich niemals der Spaltung und dem Extremismus ergeben.
Ich spreche mit vielen Menschen in Syrien. Alawitische, christliche, kurdische und drusische Freunde und Bekannte. Mit der Mehrheit, den Minderheiten.
Alle haben Ängste. Angst vor Übergriffen und Spaltung. Angst vor Hass, Kontrollverlust und Aufflammen des Kriegs. Angst vor einem Überfall Israels. Angst vor Misstrauen. Sie alle wollen Konsequenzen für die Mörder und Verbrecher.
Niemand unter ihnen ist „Assad-Anhänger“. Sie alle waren froh über sein Ende. Sie alle wollen das neue freie Syrien. Eines ohne Gewalt und eines, in dem Verbrechen konsequent bestraft werden.
Dass Assads Schergen wieder losschlugen und es dann zu Massakern gegen Zivilisten (Alawiten und andere) kam, ist eine Schande, die an die Schrecken des Krieges erinnert. Das ist Terror.
306.000 Zivilisten (UN) wurden in 13 Jahren Krieg getötet. 80 % (SHNR) vom Assad-Regime und Verbündeten. Über 13 Mil. Syrer wurden vertrieben. Assads düsterer Schatten liegt weiter über diesem so wunderschönen Land.
Es gibt viel Hetze und Desinformation. Die Oberhäupter der Syrisch-Orthodoxen, der Griechisch-Orthodoxen und der Griechisch-Katholischen Kirche in Syrien sowie die Ältestenräte der alawitischen Gemeinschaft heben in ihren Stellungnahmen etwas sehr wichtiges hervor: Syrien darf sich nicht spalten lassen. Nicht von Überbleibseln des Assad-Regimes; nicht von Extremisten, die unschuldige Minderheiten verfolgen; nicht von Israel, nicht von anderen Ländern, nicht von „Dschihadisten“, die Syriens Vielfalt nicht akzeptieren, nicht von HTS, SNA, SDF; von niemandem.
Dass die Regierung Täter festgenommen und nun einen unabhängiger Justiz-Rat einberufen hat, der die Verbrechen aufklären soll, ist wichtig. Nur darf es nie wieder dazu kommen.






