„Wenn das alles vorbei ist, mache ich eine lange Pause.“ Der von Israel ermordete Journalist Hossam Shabat wollte leben. Sein Team erinnert an ihn. Palästinenser sind Menschen. Hossam Shabat war auch einer:
„Viele kannten Hossam als furchtlosen Journalisten, aber er war einiges mehr als das. Er war ein junger Mann mit Träumen, mit Sinn für Humor und einem Herz voller Leben. Er liebte es, sich gut zu kleiden, selbst inmitten des Chaos, und scherzte einmal: „Was ist, wenn ich bei der Berichterstattung ein hübsches Mädchen treffe? Ich will gut aussehen!“
Hossam verguckte sich gern. Er wollte sich verlieben, eine Familie gründen, ein Ehemann und ein Vater sein. Er sprach über die Zukunft, als würde er an sie glauben – als wäre sie etwas Reales und Erreichbares. Er wollte mehr als Schlagzeilen und Fronten. Er wollte sanfte Morgenstunden, ruhige Abendessen, Lachen mit seinen Lieben.
Er träumte davon, eines Tages den Gazastreifen zu verlassen und sagte: „Wenn das alles vorbei ist, mache ich eine lange Pause – ich möchte ein schönes Land besuchen.“
Er sehnte sich nach Frieden – nicht nur für sein Volk, sondern auch für seine eigene Seele. Eine Chance, frei zu atmen, zu erkunden, einfach zu sein.
Das Meer war ein Teil von ihm – er lächelte und sagte: „Ich liebe alles, was mit Meeresfrüchten zu tun hat – ich bin damit aufgewachsen.“
Das Wasser hatte etwas Beruhigendes an sich, etwas, das ihn an sein Zuhause erinnerte, auch wenn die Welt um ihn herum in Scherben lag.
Nachts hörte er mit seinen Kopfhörern Musik – vor allem palästinensische Lieder. Er verbrachte tagsüber viel Zeit damit, sie herunterzuladen, damit er sich in die Melodien flüchten konnte, sobald es in der Stadt ruhiger wurde. Das war seine kleine Form des Friedens – Rhythmus inmitten des Ruins.
Er war rein. Er war unschuldig.
Es gab eine Sanftheit in ihm, die sich nie verhärtete, nicht einmal im Krieg. Eine Sanftheit, die von dem Lärm um ihn herum unberührt blieb. Er glaubte an die Schönheit, an die Liebe, an etwas Besseres. Und so sollte man sich an ihn erinnern – nicht nur als Journalist, sondern als junger Mann, der leben wollte.“






