Israelische Propagandakanäle verbreiten aktuell solche Videos aus Deutschland, durch die der Eindruck vermittelt werden soll, dass Kurden sich für Israel aussprechen würden. Das ist falsch.
Ja, in Köln wurden auf einer antitürkischen Demonstration, nachdem die türkische Armee letzte Woche Ziele in Nordsyrien bombardierte, vereinzelt israelische Flaggen getragen. Natürlich repräsentieren diese Extremisten nicht ein ganzes Volk in all seiner Vielfalt.
Zahlreiche Hilfsvereine aus der Autonomieregion Kurdistan im Nordirak, darunter die Stiftung des Präsidenten Barzani (DPK), schickten Hilfe nach Gaza. Barzani sprach sich nach dem Beginn des israelischen Genozids in Gaza für die Palästinenser und für einen unabhängigen Staat Palästina aus. In Erbil gab es Proteste gegen Israel.
In kurdisch geprägten Städten der Türkei wie Diyarbakir, Urfa oder Van gab es Proteste gegen Israels Verbrechen.
Hakan Fidan (AKP), Außenminister der Türkei und selbst kurdisch, wirft Israel einen Genozid vor und fordert weltweite Sanktionen gegen Israel.
Der Vorstand der kurdisch geprägten Partei DEM (vormals HDP) im türkischen Parlament forderte den Abbruch aller Beziehungen mit Israel. „Vor den Augen der Welt findet ein großes Massaker statt, das sich gegen die hilflosen Palästinenser richtet. Entweder schweigt die Welt und macht sich damit mitschuldig, oder sie zeigt nicht den starken Willen, den es braucht, um Israel zu stoppen“, Tuncer Bakirhan, Co-Vorsitzender der DEM.
Um nur einige grundverschiedene institutionelle Beispiele zu nennen.
Man könnte auch erwähnen, dass es in Palästina eine Minderheit kurdischer Palästinenser gibt. Oder dass der kurdische Sultan Salah ad-Din in der palästinensischen Geschichtsschreibung eine zentrale Rolle einnimmt.
Israels Propaganda möchte sich selbst gern als pro-kurdisch darstellen, sowie Kurden und Palästinenser gegeneinander ausspielen. Das ist natürlich durchschaubar.
Abschließend: Unter all meinen kurdischen Freunden, Verwandten und Bekannten gibt es niemanden, der Israels beispiellose Massaker an Palästinensern in Gaza nicht ablehnt.






