Muslime in Deutschland sind laut einem aktuellen Bericht der EU-Agentur für Grundrechte (FRA) verstärkt Rassismus und Diskriminierung im Alltag ausgesetzt. Die Umfrage, an der 9.604 Muslime in 13 EU-Ländern teilnahmen, verdeutlicht eine signifikante Zunahme seit 2016, mit Österreich und Deutschland an der Spitze. Zum Vergleich: In Spanien oder Schweden sind Muslime nur etwa halb so häufig Rassismus ausgesetzt.
Wichtig hierbei ist, dass der massive Anstieg an Rassismus gegenüber Muslimen seit Israels Genozid in Gaza noch nicht in die Studie einberechnet ist, da sie Umfragen zuvor durchgeführt wurden. Durch Übernahme israelischer Propaganda in Europa kam es zu einer extremen Zunahme an antimuslimischen Straftaten und antimuslimischen Feindbildern.
Zurück zur Studie: In Deutschland gaben 68 % der Befragten an, in den letzten fünf Jahren aufgrund ihrer Hautfarbe, Herkunft oder Religion diskriminiert worden zu sein. Im letzten Jahr erfuhren 54 % Diskriminierung, besonders beim Zugang zu Arbeitsplätzen (55 %) und am Arbeitsplatz selbst (51 %). Muslimische Frauen, die religiöse Kleidung tragen, berichteten besonders häufig von Diskriminierung; bei jungen Frauen im Alter von 16 bis 24 Jahren lag die Quote bei 58 %.
Im Wohnungsmarkt und Bildungsbereich gibt es ebenfalls Hürden: 54 % der Muslime in Deutschland konnten wegen Diskriminierung keine passende Wohnung finden. Eltern berichteten, dass 24 % ihrer Kinder in der Schule Mobbing erlebten.
Die FRA fordert gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung antimuslimischen Rassismus, etwa eine strengere Umsetzung von Anti-Diskriminierungsgesetzen und die Überprüfung von Polizeiaktionen, um diskriminierendes Profiling zu verhindern. Die FRA betont, dass ein inklusives Umfeld geschaffen werden muss, das Menschen unabhängig von Hautfarbe oder Religion Respekt bietet. Die Integrationsbeuftragte der Bundesregierung, Reem Alabali-Radovan sagte dazu, antimuslimischer Rassismus sei in Deutschland „zu lange kleingeredet“ worden. Die Antidiskriminierungsbeauftragte der Bundesregierung, Ferda Ataman rief Betroffene auf, sich an Antidiskriminierungsstellen zu wenden und sich Rassismus nicht gefallen zu lassen.





