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Oury Jalloh Verbrannt und getötet in einer Polizeizelle – Oury Jalloh

Tarek Baé Von Tarek Baé
07.01.2025
in Geschichte
2 Min. Lesezeit
Verbrannt und getötet in einer Polizeizelle - Oury Jalloh

Quelle: Leonhard Lenz, CC0, via Wikimedia Commons

Heute vor 20 Jahren, am 7. Januar 2005 verbrannte Oury Jalloh in einer Zelle im Polizeirevier Dessau (Sachsen-Anhalt). Die Behauptung der Polizei: Selbstmord. Ermittlungen zeigten, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit Mord war. In einer Polizeizelle.

Eine anwesende Polizistin sagte zunächst aus, der Dienstgruppenleiter habe zur gleichen Zeit „die Gegensprechanlage zur Zelle und den Feueralarm immer wieder leiser gedreht“, es seien Hilferufe zu hören gewesen. Vor Gericht zog sie diese Aussage dann zurück. Die Obduktion zeigte schwere Verletzungen an der Leiche des Asyelbewerbers. Unter anderem waren Schädel, Nase und Rippen gebrochen. Die Darstellung, Oury Jalloh hätte seine Matratze selbst in Brand gesteckt, wurde mehrfach als absurd widerlegt. Ein Feuerzeug, das bei der ersten Untersuchung von niemandem am Tatort gefunden wurde, tauchte zum Prozess plötzlich auf. Darüber hinaus attestieren mehrere Gutachten durch Sachverständige, dass Oury Jalloh aufgrund der schweren körperlichen Verletzungen überhaupt nicht zu einer solchen Tat fähig gewesen wäre; ein Gutachten hält ihn zum Zeitpunkt des Brandes bereits für tot.

Zwei weitere Todesfälle nach schweren Verletzungen in der selben Polizeiwache blieben ebenfalls unangetastet. Die Gutachten erkannten klare Beweise für systematischen Rassismus bei der Polizei.

Später wurde bekannt, dass fast alle Akten zu dem Fall Jalloh vernichtet wurden. Die Staatsanwaltschaft Dessau, die Staatsanwaltschaft Halle und die Generalstaatsanwaltschaft Sachsen-Anhalt stellten alle jeweils die Ermittlungen ein. Trotz überdeutlicher Gutachten. Gutachter, Staatsanwaltschaft und Gerichte stellten mehrmals fest, dass mehrere beteiligte Polizisten nachweislich gelogen und sich abgesprochen haben.

Ein immer wieder deutlich benannter Vorwurf: Oury Jalloh sei von Polizisten in der Polizeistelle ermordet worden; durch die vorherige Gewaltanwendung, wovon der Brand und angebliche Selbstmord ablenken sollten; oder durch die Gewaltanwendung und den Brand danach. Alle beteiligten Polizisten und Polizistinnen sind weiterhin im Polizeidienst oder blieben bis zur Pensionierung im Dienst. Nichts wurde aufgeklärt.

Oury Jalloh hinterließ ein Kind.

  • Tarek Baé

    Gründer und Chefredakteur von Itidal. Berliner Patriot. Tarek Baé ist Journalist und Bestseller-Autor aus Berlin. 2021 gründete er die freie Medienplattform Itidal, arabisch für Gleichgewicht. Benannt hat er das Medium nach seiner Großmutter Itidal, von der er sagt, sie hätte mit ihrer Standhaftigkeit und gleichzeitigem Sanftmut ein lebendiges Beispiel des Gleichgewichts symbolisiert.

    Er schaffte es mit seinen Kritiken und Recherchen auf die Feindeslisten des israelischen Militärs und der Terrorgruppe Daesch (IS).

    “Ich schreibe für das große, inklusive Wir, zu dem jede und jeder gehören kann. Und ja, ich schreibe auch mindestens genauso leidenschaftlich gegen all jene, die dieses Wir angreifen.”

    Alle Beiträge
Themen: JustizPolizei

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