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Wucht und Hitze Untersuchung: Israel hat 2.842 Menschen in Gaza „verdampft”

Tarek Baé Von Tarek Baé
27.02.2026
in Palästina, Nachrichten
5 Min. Lesezeit
Untersuchungen zeigen: Israels Militär hat 2.842 Menschen in Gaza wohl „verdampft“. Ihre Leichen lösten sich durch die Wucht und die Hitze israelischer Angriffe regelrecht in Luft auf.

Untersuchungen zeigen: Israels Militär hat 2.842 Menschen in Gaza wohl „verdampft“. Ihre Leichen lösten sich durch die Wucht und die Hitze israelischer Angriffe regelrecht in Luft auf.

Untersuchungen zeigen: Israels Militär hat 2.842 Menschen in Gaza wohl „verdampft“. Ihre Leichen lösten sich durch die Wucht und die Hitze israelischer Angriffe regelrecht in Luft auf.

Eine Recherche von Al Jazeera zeigt auf, wie viele Menschen in Gaza durch israelische Angrifferegelrecht ausgelöscht wurden. Unter Berufung auf Rettungskräfte in Gaza, seien seit Oktober 2023 insgesamt 2.842 Menschen als „verdampt“ erfasst worden, weil an den jeweiligen Angriffsorten keine identifizierbaren Leichname geborgen werden konnten, nur noch minimale Überreste.

Der Begriff wird in dem Bericht für Fälle verwendet, in denen nach Explosionen lediglich Blutspuren oder kleinste Gewebereste gefunden worden sind.

„Manchmal suchen wir stundenlang und finden lediglich Fetzen, manchmal überhaupt nichts”, berichtet ein Rettungssanitäter aus Gaza.

Die palästinensische Mutter Yasmin Mahani berichtet: „Wir haben nichts von Saad gefunden. Nicht einmal einen Körper, den wir hätten beerdigen können.“

Mahmoud Basal, Sprecher des Zivilschutzes, beschreibt das Vorgehen bei der Erfassung der Fälle: „Wir betreten ein angegriffenes Haus und gleichen die bekannte Zahl der Bewohner mit den geborgenen Leichen ab.“ Manchmal wären selbst die Personen, die laut Notruf nach einem vorherigen Anruf nachweislich vor Ort waren, nicht mehr auffindbar und könnten nachträglich nur durch Blutreste identifiziert werden, berichtet ein Sanitäter gegenüber Itidal.

Dr. Munir al Bursh, Generaldirektor des Gesundheitsministeriums in Gaza, bestätigt zahlreiche dokumentierte Fälle und erklärt: „Die entstehende Hitze kann extrem sein. Körper, die sich in der Nähe des Epizentrums befinden, können zerfallen. Das Gewebe verdampft und wird zu Asche. Das ist chemisch unvermeidlich.“

Bereits im August 2024 hatte der Zivilschutz im Gazastreifen laut einem Bericht von Ahram Online von 1.760 Fällen gesprochen, in denen Leichname „komplett verdampft“ worden seien. In der Erklärung hieß es: „Wir haben die Verdampfung der Körper von 1.760 Getöteten festgestellt.“

Die in der Al Jazeera Recherche genannten Waffen umfassen unter anderem die US-amerikanischen Bombentypen Mark 84 bomb, BLU-109 bomb und GBU-39 Small Diameter Bomb. Öffentlich zugängliche technische Daten beschreiben die Mark 84 mit einer Füllung von rund 945 Pfund Tritonal, die BLU-109 mit etwa 550 Pfund Tritonal und die GBU-39 mit Explosivmischungen wie AFX-757, die Aluminiumpulver enthalten. In der Recherche wird argumentiert, dass hohe Explosionshitze und Druckentwicklung zu extremer Zerstörung geführt hätten. Eine Temperatur und Wucht, die von Menschen kaum etwas übrig lässt. Israel setzte diese massiven Waffen gegen wehrlose Menschen ein.

Im April 2024 forderte Euro-Med Human Rights Monitor eine internationale Untersuchung zum möglichen Einsatz von Thermowaffen und Vakuumbomben im Gazastreifen. In der Mitteilung heißt es, es müsse geprüft werden, ob Waffen eingesetzt worden seien, „die dazu führen, dass die Körper der Opfer schmelzen oder verdampfen.”

Wenn in dicht besiedelten Gebieten großflächige Waffen mit extrem hoher Druck- und Hitzewirkung eingesetzt werden und dabei vorhersehbar zahlreiche Zivilpersonen getötet werden, verstößt gegen den Grundsatz der Unterscheidung und das Verbot unterschiedsloser sowie unverhältnismäßiger Angriffe nach dem humanitären Völkerrecht. Sind die zivilen Schäden außer Verhältnis zum erwarteten militärischen Vorteil oder werden keine ausreichenden Vorsichtsmaßnahmen getroffen, ist dies ein Kriegsverbrechen im Sinne des Römischen Statuts des Internationalen Strafgerichtshofs.

Kontext: Israel tötete im Rahmen des Genozids in Gaza mindestens 72.000 Menschen. Die Dunkelziffer gilt als weitaus höher. Der Internationale Strafgerichtshof wirft Israels Führung und Israels Militär Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Eine Unabhängige Internationale Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrats und weitere UN-Stellen haben festgestellt, dass Israel in Gaza einen Genozid an Palästinensern begeht. Das bestätigen auch die Internationale Vereinigung der Völkermordforscher und zahlreiche Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International. Der Internationale Gerichtshof sieht den Genozid-Vorwurf gegen Israel als „plausibel“.

  • Tarek Baé

    Gründer und Chefredakteur von Itidal. Berliner Patriot. Tarek Baé ist Journalist und Bestseller-Autor aus Berlin. 2021 gründete er die freie Medienplattform Itidal, arabisch für Gleichgewicht. Benannt hat er das Medium nach seiner Großmutter Itidal, von der er sagt, sie hätte mit ihrer Standhaftigkeit und gleichzeitigem Sanftmut ein lebendiges Beispiel des Gleichgewichts symbolisiert.

    Er schaffte es mit seinen Kritiken und Recherchen auf die Feindeslisten des israelischen Militärs und der Terrorgruppe Daesch (IS).

    “Ich schreibe für das große, inklusive Wir, zu dem jede und jeder gehören kann. Und ja, ich schreibe auch mindestens genauso leidenschaftlich gegen all jene, die dieses Wir angreifen.”

    Alle Beiträge
Themen: GazaGenozidIsraelVölkerrechtWaffenexporte

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