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Home Investigativ

Wie israelische Datteln heimlich den europäischen Markt überfluten

Von Tarek Baé
13.02.2026
in Investigativ, Palästina
Israelische Datteln überfluten heimlich den deutschen Markt. Oft ohne erkannt zu werden. Manche tarnen sich sogar als angeblich palästinensische Datteln.

Israelische Datteln überfluten heimlich den deutschen Markt. Oft ohne erkannt zu werden. Manche tarnen sich sogar als angeblich palästinensische Datteln.

Wer Datteln ohne den Beigeschmack illegaler israelischerSiedlungen genießen will, muss genauhinschauen. Denn manche Produkte tarnen sich gar als „palästinensisch”.

Woher kommen Datteln, die im deutschen Markt dominant sind?

Dattelpalmen brauchen ein heißes, trockenes Klima mit langen, heißen Sommern, sehr wenig bis keinem Regen und niedriger Luftfeuchte während der Reife, normalerweise mit Bewässerung. Wer sich fragt, wie es möglich ist, dass Datteln aus Frankreich oder den Niederlanden kommen können, wenn das Klima dort keinen Anbau zulässt, stellt die richtige Frage.

Fast die Hälfte der Datteln in den Niederlanden und gut ein Drittel der Datteln in Frankreich stammt laut öffentlichen Statistiken der Weltbank aus Israel. Das gilt auch für andere Länder. Der geschätzte Gesamtanteil israelischer Datteln im deutschen Markt könnte sich auf rund 25 % beziffern lassen.

Datteln kommen in vielen Farben und Formen


Tunesische 🇹🇳 Datteln sind beinahe ausnahmslos Datteln der Sorte Deglet Nour. Sie sind länglich, dünn, süß und klebrig. Leicht zu unterscheiden.


Iranische 🇮🇷 Datteln der Sorten Mazafati, Piarom oder Kabkab sind (mit leichten Unterscheidungen) klein, kurz, dick, süß und weich. Auch leicht zu unterscheiden.


Medjoul Datteln sind groß, haben viel Fruchtfleisch und karamellig. die Sorte, bei der sich Unterschiede nicht leicht erkennen lassen. Es ist die Sorte, bei der man viel falsch machen kann.

Medjoul Datteln – Hier beginnt das Problem

Der EU-Marktinformationsdienst CBI schätzt: 50 % aller nach Europa exportierten Medjoul-Datteln stammen aus Israel. Das Lebensmittel Fachmagazin Fresh Plaza geht von bis zu

75 % aus. Gerade auch, weil viele Datteln aus Israel (und israelischen Siedlungen im illegal besetzten palästinensischen Westjordanland) nicht als israelisch gekennzeichnet werden.

Die Dattelsorte Medjoul stammt ursprünglich aus der Region Tafilalt im Süden Marokkos. In den 1970er Jahren brachten Geschäftsleute die Sorte aus dem US-amerikanischen Kalifornien nach Israel. Ab den 1990ern wurde die Sorte auch von palästinensischen Bauern im Westjordanland angebaut. Palästinenser bauten aber auch zuvor Datteln auf, ehe die israelische Besatzung allein in der Region Jericho 86 % der Farmen an sich riss.

Medjoul entwickelte sich schnell zur beliebtesten Dattel für den Exportmarkt weltweit. Für Palästinenser ist sie eine wichtige Einnahmequelle. Mittlerweile sind Medjoul Datteln für palästinensische Bauern zu einem symbolischen Überlebenskampf geworden. Denn Israel versucht, den palästinensischen Medjoul-Export zu stören.

“Wir sind belagert. An manchen Tagen greifen Siedler unsere Plantagen an. An anderen Tagen kommen Händler zu mir und bieten mir Geld dafür an, Datteln unbekannter Herkunft unter meine zu mischen.”

Abu Muhammad (Name geändert) ist ein Kleinbauer im illegal von Israel besetzten palästinensischen Westjordanland. Sein Hauptgeschäft sind Medjoul-Datteln. Ein Beruf, den er nur unter erschwerten Umständen ausüben kann.

Das Phänomen, das der palästinensische Kleinbauer beschreibt, nennt sich Dattelwäsche.

Datteln aus Plantagen in Israel und insbesondere aus illegalen Siedlungen im Westjordanland werden unter falschem Etikett nach Europa exportiert. Das heißt: Es gibt Datteln aus Israel und aus illegalen Siedlungen, die unter dem Label „Niederlande”, „Marokko”, „Vereinigte Arabische Emirate” oder gar „Palästina” verkauft werden.

Die Itidal-Recherche beleuchtet einen umkämpften Markt, und zeigt: Wer sichergehen will, muss genau hinschauen. Denn auch der deutsche Markt ist voll mit israelischen Datteln, die nicht als solche gekennzeichnet sind. Wir haben Beispiele recherchiert.

Dattelwäsche

Wie waschen israelische Zulieferer Datteln?

Die meisten Datteln, die Israel exportiert, stammen nicht aus Israel. Laut dem israelischen Pflanzenrat (Mo’atzat HaTzmachim) exportiert Israel 35.000 Tonnen Datteln pro Jahr. In den Dattelplantagen im israelischen Arava-Tal werden laut dem israelischen Agrar-Magazin Lahaklai lediglich 8.800 Tonnen Datteln produziert. Der Rest, also 75 %, stammt aus illegalen israelischen Siedlungen im völkerrechtswidrig besetzten palästinensischen Westjordanland. Israelische Firmen kennzeichnen diese Herkunft nicht.

Noch dreister ist aber eine andere Form der Dattelwäsche. Israelische Zulieferer schaffen es nämlich Datteln aus illegalen Siedlungen in den palästinensischen Export zu schleusen. Aufgrund der wirtschaftlichen Benachteiligung von Palästinensern können Israelis die Datteln 30-40 % günstiger anbieten.

Warum sind israelische Datteln günstiger als palästinensische? Palästinenser müssen z.B. fünf mal mehr für Wasser zahlen als Israelis.

Der Staat Israel subventioniert das Wasser für israelische Bauern. Sowohl auf Plantagen in Israel als auch auf israelischen Plantagen im illegal besetzten Westjordanland. Die Israelis erhalten günstiges Wasser aus Kläranlagen.

Palästinensern wird der Zugang zu geklärtem Wasser untersagt. Selbst wenn ihre Plantagen direkt an illegale israelische Plantagen angrenzen. Palästinenser müssen auf teures Quellwasser zurückgreifen.

Zwielichtige Zwischenhändler

Der palästinensische Dattelbauer Abu Ahmad (Name geändert) erklärt im Gespräch mit Itidal, wie das Geschäft der Dattelwäsche läuft, obwohl das Palästinensische Gesetz den Handel mit Siedlerwaren verbietet:

„Es herrscht ein enormer Preisdruck auf dem Markt für uns. Aufgrund der israelischen Restriktionen ist es für Bauern wie mich erheblich teurer, Datteln anzubauen. Nicht nur das Wasser ist teurer. Ich muss auch Sicherheitsvorkehrungen für meine Plantage bezahlen, weil Siedler uns angreifen. Jede Ernte ist für uns ein Kampf, am Ende überhaupt all unsere Mitarbeiter bezahlen zu können.”

Die Unsicherheit werde dann von zwielichtigen Geschäftsleuten ausgenutzt. „Wenn ich beispielsweise weiß, dass ich 8 Tonnen Datteln ernten werde, dann melde ich das amtlich an. Ich kann nur so viel verkaufen, wie ich genehmigt kriege. Davor aber kommen Händler zu mir und bieten mir den Kauf all meiner Datteln an. Ich meine nicht die großen Firmen. Das sind andere Geschäftsleute. Diese bieten mir die vollständige Bezahlung vorab an. Dieser Händler geht dann aber zum Amt und meldet statt 8 Tonnen zum Beispiel 12 Tonnen an. Die Differenz von 4 Tonnen kauft er woanders ein. Wo? Gott weiß es besser. Dann werden die Datteln mit israelischen Datteln aus Siedlungen gemischt und gehen zu einer großen Firma, sie verpackt sie im Westjordanland und die exportiert die dann. Ich kenne Bauern, die davon betroffen sind.” Wenn man über das Thema spricht, müsse man mit Problemen rechnen. „Ich kenne eine Person, die mit einer Zeitung gesprochen hat. Er wurde danach von ganz oben bedroht. Mehr kann ich nicht sagen”, so Abu Ahmad.

Israelische Dattelwäsche ist kein Geheimnis

Das palästinensische Medium Kasmawi berichtete 2012 unter Berufung auf Zeugenaussagen davon, dass Datteln aus israelischen Siedlungen über Zwischenhändler in Zypern und der Türkei nach Europa und in arabische Länder umgeleitet werden. Die Datteln seien dabei mit instransparenten Herkunftsbezeichnungen wie „Heiliges Land” oder „Jordantal” vermarktet worden, wodurch der Eindruck palästinensischer Herkunft entstehen sollte.

Eine Recherche der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu von 2014 zeigte, dass das Palästinensische Wirtschaftsministerium 20 Tonnen israelische Datteln beschlagnahmte, die von Zwischenhändlern als „palästinensisch” verkauft werden sollten. Die Recherche zitiert palästinensische und israelische Zeugen, Händler nähmen Datteln aus israelischen Siedlungen an, brächten sie zu Packbetrieben und diese würden anschließend „als Produkt Palästinas“ vermarktet.

2021 berichtete das katarische Medium Al Jazeera von der Festnahme von sechs Personen, darunter zwei ehemalige Minister, durch die palästinensische Staatsanwaltschaft für Antikorruption und die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte im Zusammenhang mit dem Vorwurf, Siedlungsdatteln als palästinensischen Ursprungs zu vermarkten.

Auch 2021 berichtete Independent Arabia, palästinensische Quellen hätten angegeben, dass „seit Jahren jeder in den Gebieten der Dattelfarmen im Westjordanland sieht, wie mit Datteln beladene Lastwagen die Siedlungen verlassen und zu palästinensischen Unternehmen fahren, bevor sie als palästinensische Produkte wieder exportiert werden.”

Datteln made in Palestine? or Made by Israel?

Gegenüber zwei palästinensischen Unternehmen gab es in der Vergangenheit den Vorwurf, Teil von Dattelwäsche zu sein: Palestine Gardens und Qitaf. 2012 schrieb die norwegische Gewerkschaft Fagforbundet in einem Bericht, der norwegische Importeur BAMA habe eine Zusammenarbeit mit dem palästinensischen Exporteur Palestine Gardens im Westjordanland begonnen, „in Zusammenarbeit mit Mehadrin“, einem israelischen Exporteur, der auch mit Ware aus illegalen israelischen Siedlungen handelt. Ab 2017 berichtete die palästinensische Zeitung Al Hadath, sie habe eine unterzeichnete Vereinbarung über die Lieferung von Datteln zwischen Mehadrin und Qitaf erhalten. Im Dezember 2021veröffentlichen Wattan und die Antikorruptions-NGO Aman eine Recherche mit dem Vorwurf, Siedlungsdatteln würden lokal und international als palästinensische Ware verkauft. Als Beispiel wird ein Fall von 2019 genannt, in dem Datteln aus vermeintlich palästinensischer Produktion in die Türkei exportiert wurden, noch bevor palästinensische Datteln überhaupt geerntet worden seien. Seit den Festnahmen und Vernehmungen 2021, darunter der Vorsitzende des Palestine Gardens Mutterkonzerns, ein ehem. Minister, liegt der Fall behördlich auf Eis. Palestine Gardens sieht sich deshalb in seiner Unschuld bestätigt weist die Vorwürfe auf Anfrage von Itidal hin vollständig zurück. Palestine Gardens arbeite unter „strenger Kontrolle”. Das Unternehmen zeigt sich stolz, den palästinensischen Dattelsektor groß gemacht zu haben. Auch Qitaf weist Anschuldigungen nach unserer Anfrage von sich. Der Dattelsektor unterliege einem „strengen Kontrollsystem” und es gebe „keinen einzigen Fall” eines Kaufes von Siedlerware. Beide Unternehmen verweisen darauf, die palästinensischen Behörden hätten keine belastenden Beweise gefunden.

Nesrin Food aus Frankfurt am Main gehört unserer Recherche nach zu den größten Dattelhändlern Europas. In vielen türkischen und arabischen Supermärkten in Deutschland findet man Datteln von Nesrin Food, größtenteils Medjoul Datteln. Auf unsere Nachfrage gibt Nesrin Food an, Datteln aus Tunesien, Israel und Palästina zu kaufen. Die genaue Herkunft je Packung möchte Nesrin Foods nicht nennen. Der Geschäftsführer Nabil Zerouali gibt an, die Herkunft der Datteln sei „chargenabhängig“. Alle abgebildeten Dattelverpackungen werden von Nesrin Foods vertrieben. Die Sorte Galilee stammt laut unserer Recherche aus Israel. Nesrin Food bestätigte das auf unsere Nachfrage hin. Auf der Verpackung ist eine Moschee abgebildet.

Der Online-Handel Datteldealer wirbt, insbesondere durch Hilfe von Influencern, offen für Datteln aus Palästina und gibt an, sie direkt von 40-50 Kleinbauern zu beziehen. Bis vor kurzem bezog Datteldealer seine Datteln aber tatsächlich über Nesrin Food, wie ein uns vorliegendes Zertifikat zeigt. Das war auf dem Zertifikat auf der Webseite Datteldealers unkenntlich gemacht. Neuerdings bestelle das Unternehmen seine Datteln von Palestine Gardens. Ein neues Zertifikat wurde hochgeladen. Palestine Gardens verfügt unserer Recherche nach über keine eigenen Farmen, sondern kauft diese selbst ein. Auf unsere Nachfrage zu den Vorwürfen gegenüber Palestine Gardens bezüglich Dattelwäsche, erklärt Geschäftsführer Kovan Miro, diese seien ihm bekannt. Er habe jedoch „intensiv geforscht“ und würde „erstmal eine Unschuldsvermutung“ gelten lassen. Er bezieht sich auch auf Boykottseiten, die Palestine Gardens ausdrücklich nicht problematisieren. Durch „den Stress und den Druck“ überlege er aber, zukünftig Datteln aus Ägypten zu beziehen.

Man kann sehr wohl sorglos palästinensische Datteln aus Palästina kaufen

Im palästinensischen Westjordanland gibt es zehn große palästinensische Dattellieferanten, sie sind in einem Rat organisiert. Nur gegenüber zwei von ihnen gab es Vorwürfe der Dattelwäsche. Die meisten der zehn Firmen haben eigene Farmen. Der Großteil der Datteln kommt bei allen von palästinensischen Kleinbauern.

Und umso wichtiger ist es, die palästinensischen Bauern in ihrem Geschäft zu unterstützen, indem man ihre Produkte einkauft. Denn ihr Lebensunterhalt wird durch die israelische Besatzungspolitik bedroht. Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) zählte 2025 mindestens 1.770 dokumentierte Angriffe durch israelische Siedler auf Palästinenser im Westjordanland. Oft trifft es Bauern. Plantagen werden verbrannt, Bäume entwurzelt, Tiere getötet, Häuser angegriffen. Allein 2025 wurden bei Überfällen durch Siedler und Israels Besatzungstruppen im Westjordanland 240 Palästinenser getötet, darunter 55 Kinder. Weitere 1.190 wurden verletzt.

Doch die Palästinenser beharren auf ihre Leben und ihre Böden. Durch das Kaufen ihrer Produkte kann man sie im Überlebenskampf unterstützen.

Palästina-Experte Abed Hassan erklärt, warum es wichtig ist, palästinensische Datteln zu kaufen und vorsichtig dabei zu sein. „Dattelwäsche ist nicht nur ein Wirtschaftsdelikt. Es geht darum, Land zu besetzen, die Präsenz der Siedler in Palästina zu verfestigen”, so Hassan. Das betreffe nicht nur den Dattelmarkt, sondern „die gesamte Solidaritätsindustrie”. Es bestehe die Gefahr, dass manche Unternehmen Profit aus Boykottgedanken schlagen. Die Verantwortung, das zu verhindern liege zu aller erst beim Händler. Es sei „nicht einfach, aber möglich”, an Informationen zu kommen, z.B. über arabische Recherchen. Abed Hassan empfiehlt Konsumentinnen und Konsumenten bei fehlender Transparenz durch Händler penibles Nachfragen und Hinterfragen.

Ist das Nachfragen zu viel verlangt? Nein, findet der Deutsch-Palästinenser Bilal El Hammoud. Er betreibt das Berliner Ladengeschäft mit Online-Handel Sunnah-Shop und zeigt sich verständnisvoll für Skepsis. „Es ist wichtig, genau hinzusehen“, so El Hammoud. Bevor er Datteln aus Palästina eingekauft hat, besuchte er die Farmen im Westjordanland selbst. Er bezieht sie vom Lieferanten Rift Valley „Wir stellen der Kundschaft jederzeit gerne das Zertifikat bereit und erklären auch gerne, worauf man achten sollte.“ Auch der Deutsch-Palästinenser Souhail Kahla, der Geschäftsführer von Nabali Fairkost, einem deutschen Unternehmen, das zum palästinensischen Lebensmittelproduzenten Rift Valley gehört, betont, dass das Hinterfragen der Herkunft „nicht nur okay, sondern nötig” sei.

Der Palästinenser Amin Rjoub ist in Al Khalil (Hebron) geboren worden. Dort, wo es auch einige Dattelplantagen gibt. Er betreibt in Deutschland den Online-Shop Albyarah. Er sieht den Kauf von palästinensischen Produkten als Frage des kulturellen Überlebens. Für ihn liege die Priotität darin, „die palästinensische Wirtschaft zu stärken. Unsere Mission ist es, palästinensische Bauern, Frauenkooperativen und traditionelle Manufakturen zu unterstützen, und zwar um jeden Preis”, so Rjoub. Er bezieht seine Datteln vom palästinensischen Dattellieferanten Nakheel, der ihn vor Ort von seiner Transparenz überzeugt habe. Seine Partner für palästinensische Produkte suche er mit äußerster Vorsicht aus, erklärt der Hamburger. „Ich verfolge die palästinensischen Lokalnachrichten täglich, und um das Jahr 2022 wurde das Thema Dattelwäsche dort intensiv beleuchtet. Nicht als theoretisches Konzept, sondern als konkrete Bedrohung für unsere Bauern”. Von europäischen Händlern erwartet er „Tiefenrecherche” und „Vor-Ort-Kontrolle”. Bei ihnen liege die Verantwortung, nicht beim Kunden hierzulande. Dennoch empfiehlt Amin Rjoub Konsumenten, Unternehmen zu hinterfragen und vorsichtig zu bleiben. „Die Methode der Herkunftsverschleierung ändert sich ständig”.

Itidal hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelschutz um Stellungnahme gebeten, warum Datteln auf dem deutschen Markt ohne Herkunftskennzeichnung verkauft werden dürfen. Das Bundesamt verweist auf Zuständigkeit der Landesämter. Das Bayerische Lebensmittelamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gibt an, bei Datteln gebe es eine Ausnahmeregelung. Eine Herkunftskennzeichnung erfolge „freiwillig“.

Damit existiert eine Transparenzlücke. Wir haben das Bundesamt darauf hingewiesen, dass aufgrund der Untermischung von Datteln aus illegalen israelischen Siedlungen im Westjordanland eine Irreführungsgefahr für die Endkundschaft in Deutschland bestehen könnte. Das Bundesamt ließ diesen Punkt unbeantwortet.

Wann man skeptisch sein kann:

  • Keine Herkunft genannt
  • Zwischenhändlerherkunft, wie z.B. Niederlande oder Frankreich
  • Regionale Herkunftsnennung wie „Jordantal”, „Jordan” (nicht Jordanien)
  • Händler gibt Zulieferer nicht bekannt

Wie man sichergehen kann:

  • Genaue Herkunft auf Verpackung oder in der Produktbeschreibung suchen
  • Händler nach Zulieferer fragen
  • Transparente palästinensische Zulieferer suchen
  • Zulieferer hinterfragen
  • Aus anderen Herkunftsländern, die keine Handelsbeziehungen zu Israel haben, kaufen, wie z.B. Tunesien, Algerien, Saudi-Arabien
  • Händler per Mail um Nachweise bitten

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  • Tarek Baé

    Gründer und Chefredakteur von Itidal. Berliner Patriot. Tarek Baé ist Journalist und Bestseller-Autor aus Berlin. 2021 gründete er die freie Medienplattform Itidal, arabisch für Gleichgewicht. Benannt hat er das Medium nach seiner Großmutter Itidal, von der er sagt, sie hätte mit ihrer Standhaftigkeit und gleichzeitigem Sanftmut ein lebendiges Beispiel des Gleichgewichts symbolisiert.

    Er schaffte es mit seinen Kritiken und Recherchen auf die Feindeslisten des israelischen Militärs und der Terrorgruppe Daesch (IS).

    “Ich schreibe für das große, inklusive Wir, zu dem jede und jeder gehören kann. Und ja, ich schreibe auch mindestens genauso leidenschaftlich gegen all jene, die dieses Wir angreifen.”

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Tags: DattelnIsraelPalästinaTarek BaéWestjordanland
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