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“Araber töten”: Maccabi Tel Aviv ist ein extremistischer Verein

Von Tarek Baé
11.12.2025
in Debatte
Maccabi Tel-Aviv ist kein normaler Fußballverein. Wer Maccabi-Fans ins Land lässt, lädt rassistische israelische Extremisten ein und gefährdet damit Menschen. Zu Maccabis Fangesängen gehören: „Araber töten!” sowie „Es gibt keine Kinder mehr in Gaza” und „Wir vergewaltigen eure Mädchen” (Foto: Anadolu)

Maccabi Tel-Aviv ist kein normaler Fußballverein. Wer Maccabi-Fans ins Land lässt, lädt rassistische israelische Extremisten ein und gefährdet damit Menschen. Zu Maccabis Fangesängen gehören: „Araber töten!” sowie „Es gibt keine Kinder mehr in Gaza” und „Wir vergewaltigen eure Mädchen” (Foto: Anadolu)

Maccabi Tel-Aviv ist kein normaler Fußballverein. Wer Maccabi-Fans ins Land lässt, lädt rassistische israelische Extremisten ein und gefährdet damit Menschen.

Zu Maccabis Fangesängen gehören: „Araber töten!” sowie „Es gibt keine Kinder mehr in Gaza” und „Wir vergewaltigen eure Mädchen”

Maccabi, der Vorzeige-Zionismus

Der Club Maccabi wurde 1921 gegründet, um laut seinen Gründern, „Muskeljudentum” zu symbolisieren.

Maccabi profitierte von der Nakba, der systematischen Vertreibung der Palästinenser aus ihrer Heimat zur Gründung des Staates Israel. Über 800.000 Menschen wurden gewalsam vertrieben, über 500 palästinensische Städte und Dörfer völlig vernichtet. Maccabi übernahm illegal das Stadion des arabischen Vereins Shabab al-Arab in Jaffa, nachdem die Palästinenser aus Jaffa vertrieben wurden. Auch heute noch befindet sich das Maccabi-Gelände auf dem palästinensischen Gebiet Abu Kabir im Süden Jaffas, das nach dem Landraub in Kiryat Shalom umbenannt wurde.

2024 unterzeichnete die Maccabi-Weltunion, der auch Maccabi Tel-Aviv angehört, einen Vertrag mit dem Staat Israel, der Maccabi zu einem Teil der israelischen Staatspropaganda, Hasbara genannt, macht.

Die rassistischsten Anhänger

Der israelische Fußball ist insgesamt extrem rassistisch. Hetze gegen Araber und Schwarze gehört zur Tagesordnung, wie Untersuchungen zeigen. Aber kein anderer Verein hat so rassistische Anhänger wie Maccabi Tel Aviv. 367 rassistische Vorfälle inIsraels Premier League zählt die NGO „Kick it out Israel” allein in der Saison 24/25. Ein Anstieg von 67 %. 118 davon gingen auf das Konto von Maccabi.

167 Gewalttaten gingen allein in diesem Jahr von Maccabi-Anhängern aus, so die Auswertung.


Kein anderer Verein in Israel ist so rassistisch. Ein Drittel aller rassistischen Vorfälle in Stadien gehen auf die Kappe von Maccabi-Anhängern.

Menschenjagd in Amsterdam und woanders

Im März 2024 machten Maccabi-Anhänger Menschenjagd bei ihrem Auswärtsspiel in Athen gegen Olympiakos Piräus. Die Israelis schlugen einen Mann krankenhausreif, weil er die palästinensische Flagge bei sich trug. Ein Ägypter wurde wegen seines Aussehens attackiert.

Im November 2024 reisten hunderte Maccabi-Anhänger nach Amsterdam zum Auswärtsspiel gegen Ajax. Am Vorabend des Spiels marschierten sie durch die Innenstadt und skandierten Hassparolen und Schlachrufe wie „Tod allen Arabern”, „Araber töten” und „Fuck Palestine”.

Im gleichen Zeitraum beging Israel in Gaza einen Genozid an Palästinensern. Die Maccabi-Anhänger nahmen direkt darauf Bezug und riefen „Israelische Armee, beende die Araber” und „warum gibt es keine Schulen mehr in Gaza? Es gibt keine Kinder mehr in Gaza”.

Sie randalierten mitten in Amsterdam und rissen palästinensische Flaggen von Privathäusern. Sie attackierten in Gruppen Bewohner der Stadt.

Fast so gefährlich wie die Menschenverachtung der Maccabi-Anhänger ist die Propaganda, die der israelische Staat und seine Lobbyisten im Nachgang daraus machen. Nachdem die Maccabi-Anhänger durch Amsterdam wüteten und den Tod aller Araber forderten, wurden viele von ihnen von lokalen Jugendlichen verprügelt.

Die israelische Regierung machte daraus einen „antisemitischen Pogrom”. Und hetzte weite Teile Europas auf, bevor Details bekannt waren. Axel-Springer-Medien wie Bild und Welt sprachen von „Judenjagd”, das ZDF von „antisemitischen Ausschreitungen”. Deutschlands Außenministerin Baerbock sprach von „Antisemitismus”.

Gewaltbereite Extremisten wurden als Opfer inszeniert. Nicht sie selbst sollen Ausgangspunkt der Gewalt gewesen sein, sondern ihr angebliches Jüdischsein.

Die Amsterdamer Bürgermeisterin Femke Halsema bedauerte später, dass sie auf der Pressekonferenz am Tag nach den Zusammenstößen in der Stadt das Wort „Pogrom“ verwendet hat. In einem Interview mit der Nachrichtensendung Nieuwsuur sagte Halsema: „Im Nachhinein hätte ich das Wort ‚Pogrom‘ nicht verwenden sollen (…) Wir wurden von Israel völlig überrollt. Um 3 Uhr morgens hielt Premierminister Netanyahu plötzlich eine Rede über die Ereignisse in Amsterdam, während wir noch dabei waren, die Fakten zusammenzutragen.“

„Die israelische Regierung sprach von einem ‚palästinensischen Pogrom auf den Straßen von Amsterdam‘, und in Den Haag wurden diese Worte benutzt, um marokkanische Amsterdamer und Muslime, zu diskriminieren. Das ist nicht das, was ich meinte oder wollte.“ Sie betonte auch, sie hätte hervorheben sollen, dass die Gewalt von Anhängern des israelischen Vereins Maccabi Tel Aviv verursacht wurde.

Im November 2025 traf die West Midlands Polizei im englischen Birmingham eine international vielbeachtete Entscheidung. Anhänger Maccabi Tel Avivs durften nicht zum Spiel gegen West Ham United einreisen. Laut Geheimdienstinformationen wäre die öffentliche Sicherheit gefährdet. Die Behörden in Amsterdam hätten die Kollegen in England zudem darauf hingewiesen, dass es 600-800 gewaltbereite Maccabi-Anhänger gebe, bei denen man vorsichtig sein sollte. Birmingham hat – ähnlich wie Amsterdam – einen großen Anteil muslimischer Einwohner. Das Risiko, dass Maccabi-Anhänger erneut die Gewalt eskalieren lassen, war groß.

Aus Solidarität meldete sich dann der Rechtsextremist Tobby Robinson als Fan für das Spiel an.

Ein Maccabi-Anhänger posiert mit Maccabi-Flagge im von Israel zerstörten Gaza.

Maccabi-Anhänger singen am 11. Dezember 2025 in Stuttgart:

„Ihr seid Araber-H*ren (…)
Wir werden euch f*cken
und euer Blut trinken (…)
wir v*rgewaltigen eure Mädchen
und schreien: Heute ist Tod“

Im Stadion wurde außerdem „Tod den Arabern” und „Fuck you Palestine skandiert. Der VfB Stuttgart spricht von einem „erfolgreichen Fußballabend”.

Die Polizei in Stuttgart ist nicht eingeschritten. Es ist laut der Fanseite Maccabipedia der berühmte “Rape Song”. Ursprünglich gegen den Rivalen Happoel gerichtet, erklärt der Song Araber (Palästinenser) und ihre angeblichen Freunde (Happoel) zu Feinden, denen Gewalt in Form von Mord oder sexueller Gewalt angetan werden soll. Das sind keine normalen Fangesänge.

Einordnung

Hooligans machen Hooligan-Dinge. Bliebe es nur bei der trunkenen Gewalt gegenüber anderen Hooligans. Da sähe die Reaktion von Behörden überall ähnlich aus. Bei Maccabi Tel Aviv gibt es einen klaren Unterschied: Das sind nicht nur irre Hools, das sind rassistische Extremisten. Wer zum Völkermord aufruft, ist nicht „Fan”, sondern Gefahr. Wer Jagd auf Araber macht, ist Terrorist. Das Argument, Sport von Politik zu trennen, hat Maccabi auf eigene Faust zerschmettert. Maccabi spielt auf gestohlenem palästinensischen Boden. Maccabi ist Propaganda-Partner des israelischen Regimes. Das sind keine normalen Attribute von Fußballvereinen. Diese Kritik muss Teil des Gesprächs sein. Man spielt nicht nur gegen angenehme Teams, so ist es im Sport. Doch jede Ablehnung des Vereins als antisemitisch darzustellen, ist nicht nur Verharmlosung von Antisemitismus, es ist Beleidigung aller palästinensischen Opfer der Verbrechen Israels. Menschen haben zurecht die Sorge, ob sie in der Nähe dieser Extremisten sicher sind. Dass der VfB Stuttgart und der SC Freiburg diese Sorgen nicht ernst nehmen, zeigt, wie Menschen in einer Hierarchie eingeordnet werden. Der unfehlbare Israeli steht über dem unwerten Araber. So hat man nicht aus der Vergangenheit gelernt, so bestätigt man sie.

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  • Tarek Baé

    Gründer und Chefredakteur von Itidal. Berliner Patriot. Und laut Al Jazeera einer der einflussreichsten Journalisten Deutschlands.

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