Mit einer 12 Zentimeter langen Klinge griff der AfD-Anhänger Daniel F. den 30-jährigen Ayoub F. an. Er stach ihm ihm in den Rücken, dabei wurden Hauptschlagader und Lunge getroffen. Kurz darauf starb das Opfer im Krankenhaus.
Der Angriff am 11. Januar 2026 ereignete sich in Uelzen (Niedersachen), als Ayoub F. auf dem Weg zur Moschee war.
Der Täter hatte in der Vergangenheit bereits eine Gruppe von Kindern mit einer Waffe bedroht. Die Schüler schilderten vor Gericht, wie er im September 2025 mit einer Axt auf sie zuging und sagte: „Ihr seid nicht die ersten Ausländer, die ich kaputt schlage.“ Im gleichen Zeitraum beschädigte der Täter im Garten seiner Nachbarn ein Schild, auf dem „Kreuz ohne Haken, für Vielfalt“ stand. Daraufhin habe gegenüber dem Nachbarehepaar „Die AfD wird bald die stärkste Kraft im Land, und dann werdet ihr schon sehen“ und „Deutschland den Deutschen“ gesagt.
Trotz dieser Hintergründe sieht das Gericht kein rassistisches Motiv im Tötungsfall. Der Täter hatte einen Tag vor der Attacke nach „erlaubter bewaffneter Notwehr“ gegoogelt. Zuvor bereits habe er auch gegoogelt, ob „alle Schwarzen“ abgeschoben werden könnten und ob er das N-Wort straffrei sagen könnte.
Daniel F wurde vom Landgericht Lüneburg wegen Totschlags zu einer Haftstrafe von 10 Jahren verurteilt. Das Gericht sieht Ayoub F. als Zufallsopofer. Der Täter habe einen Konflikt gesucht, um „einmal als Sieger“ dazustehen. Direkt nach der Tat sei er in ein Restaurant in der Nähe des Tatorts gerannt und „es ist Gegenwehr“ und „Das gibt bestimmt wieder Ärger mit Multikulti“ gerufen haben, berichten Zeugen vor Gericht.
Daniel F. hatte ein Feindbild: Ausländer, Multukulti. Darauf weist auch der Nebenklägeranwalt Björn Elberling hin. Laut taz wirft er dem Gericht vor, die gezielte Opferauswahl und den tödlichen Angriff eines „Rassisten und AfD-Anhängers“ auf einen Minderwertigkeitskomplex zu reduzieren. „Der Angeklagte hat Ayoub F. angegriffen und getötet, weil er ihn stellvertretend für eine ganze abgewertete Gruppe als Ausländer und als Muslim wahrgenommen hat“, wird er in der taz zitiert.
Für eine Stellungnahme der AfD zu der Tat eines ihrer Anhänger war die Partei nicht verfügbar