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UNICEF: 1,1 Millionen Kinder in Gaza brauchen psychologische Hilfe

Von Tarek Baé
27.04.2026
in Nachrichten, Palästina
Israels Genozid in Gaza führt laut dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF dazu, dass über eine Million Kinder in Gaza dringend psychologische Betreuung benötigen. Israel blockiert aber den Zugang. Viele Kinder werden aufgrund ihrer Traumatisierung stumm. (Foto: AP)

Israels Genozid in Gaza führt laut dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF dazu, dass über eine Million Kinder in Gaza dringend psychologische Betreuung benötigen. Israel blockiert aber den Zugang. Viele Kinder werden aufgrund ihrer Traumatisierung stumm. (Foto: AP)

Mehr als eine Million Kinder im Gazastreifen brauchen nach Israels Genozid dringend psychologische Hilfe. Zu diesem Ergebnis kommt ein UNICEF-Lagebericht: 1,1 Millionen Kinder sind auf psychosoziale Unterstützung und Kinderschutz angewiesen. Über 58.000 Kinder haben einen oder beide Elternteile verloren.

Israel blockiert laut UN aber den Zugang für ausreichend Hilfe. Jeden Tag fallen trotz „Waffenruhe“ weiter Bomben auf Gaza. Oft auf Kinder.

Hilfsorganisationen sprechen von einer eskalierenden Krise. Kliniken und mobile Teams behandeln täglich Hunderte Fälle schwerer Traumatisierung. Symptome reichen von Schlafstörungen und Panikattacken bis zu Rückzug, Sprachverlust und Entwicklungsstillstand. Experte beschreiben eine Generation, die dauerhaft unter Stress steht.

Eine Al-Jazeera-Recherche über verstummende Kinder zeigt diese Entwicklung exemplarisch. Therapeutin Katrin Glatz Brubakk spricht von „stillem Leiden“. Kinder reagierten auf extreme Gewalt nicht bewusst, sondern körperlich: „Das ist immer extreme Traumatisierung. Es ist keine Entscheidung. Es ist eine körperliche Reaktion.“ Immer mehr Kinder werden aufgrund der Traumatisierung stumm. Dr. Musa al-Khorti vom Hamad-Krankenhaus in Gaza warnt:
„Ein Kind kann die Fähigkeit zu sprechen vollständig verlieren.“

Viele Kinder haben Bombardierungen erlebt, Angehörige verloren oder sind selbst verletzt worden. „Irgendwann fühlt sich die Welt völlig unvorhersehbar an“, sagt Brubakk. „Der Körper sagt: Ich kann nicht kämpfen. Menschen können sterben. Ich kann sterben. Also ist es am sichersten, still zu bleiben.“

Die psychischen Folgen sind tiefgreifend. „Wenn Kinder aufhören zu spielen und zu interagieren, hören sie auf zu lernen und sich zu entwickeln“, sagt sie. Fachleute sprechen von langfristigen Schäden an kognitiver und emotionaler Entwicklung.

Nach Angaben von OCHA erreichten Hilfsprogramme Hunderttausende Kinder mit psychosozialer Unterstützung, doch der Bedarf übersteigt die Kapazitäten massiv. Gleichzeitig erschweren zerstörte Infrastruktur, Vertreibung und eingeschränkter Zugang zu Hilfe die Versorgung.

Ärztinnen und Helfer beschreiben die Lage als beispiellos. „Es gibt niemanden in Gaza, der nicht betroffen ist“, sagt Brubakk. „Bomben überall, alle betroffen, alle in Gefahr. Es gibt keine Sicherheit.“

Israel begeht laut einer Untersuchung der Unabhängigen Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrats in Gaza einen Genozid begangen.

  • Tarek Baé

    Gründer und Chefredakteur von Itidal. Berliner Patriot. Tarek Baé ist Journalist und Bestseller-Autor aus Berlin. 2021 gründete er die freie Medienplattform Itidal, arabisch für Gleichgewicht. Benannt hat er das Medium nach seiner Großmutter Itidal, von der er sagt, sie hätte mit ihrer Standhaftigkeit und gleichzeitigem Sanftmut ein lebendiges Beispiel des Gleichgewichts symbolisiert.

    Er schaffte es mit seinen Kritiken und Recherchen auf die Feindeslisten des israelischen Militärs und der Terrorgruppe Daesch (IS).

    “Ich schreibe für das große, inklusive Wir, zu dem jede und jeder gehören kann. Und ja, ich schreibe auch mindestens genauso leidenschaftlich gegen all jene, die dieses Wir angreifen.”

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Tags: GazaGenozid
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