Eine Recherche der „New York Times“ hat ergeben, dass Israel mit dem Beginn des Vernichtungskriegs gegen Gaza zahlreiche Maßnahmen ergriffen hat, die das zivile Leid nicht nur riskierten, sondern gezielt genehmigten. Die israelische Armee bestätigt die Entscheidungen.
Ein zentraler Punkt der Recherche betrifft die Anhebung der erlaubten zivilen Opferzahlen pro Angriff. Während Israel in früheren Kriegen gegen Gaza die zulässige Zahl der gefährdeten Zivilisten auf zehn setzte, wurde die Schwelle zu Beginn des Krieges auf 20 erhöht. Auch Angriffe mit potenziell über 100 zivilen Opfern wurden genehmigt.
Darüber hinaus weitete Israel die Liste der angreifbaren Ziele erheblich aus. Neben mutmaßlich hochrangigen Hamas-Mitgliedern und angeblichen Waffenlagern wurden aus Israels Perspektive auch tausende mutmaßliche einfache Mitglieder und Unterstützer ins Visier genommen.
Ein weiterer kritischer Aspekt war die Geschwindigkeit der Angriffe: Fast 30.000 Bomben und Raketen wurden in den ersten sieben Wochen abgeworfen. Ein weltweit unbekanntes Ausmaß an Zerstörung. Israels Militärsprecher Daniel Hagari betonte zu Anfang des Vernichtungskriegs: „Es geht nicht um Präzision, sondern um Zerstörung.“
Die New York Times schreibt, aufgrund des rasanten Tempos der unkontrollierten Bombardierungen seien Ziele nicht überprüft worden. Dabei setzte Israel vermehrt auf massive und unpräzise Bomben.
Israels Genozid in Gaza sind bislang 45.936 Palästinenser zum Opfer gefallen. Weitere 109.274 wurden verletzt. Die Dunkelziffern gelten als weitaus höher.
Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat Haftbefehle gegen Israels Führung wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Gaza erlassen. Die UN-Sonderermittlerin Francesca Albanese spricht von einem Genozid in Gaza, der UN-Sonderausschuss zur Untersuchung israelischer Praktiken wirft Israel ebenfalls einen Genozid in Gaza vor. Dieser Auffassung folgen auch die Menschenrechtsgruppen Amnesty International und Human Rights Watch.
Der Internationale Gerichtshof sieht den Vorwurf des Genozids durch Südafrika gegen Israel als „plausibel“.
Die Bundesregierung nennt Israels Genozid weiterhin „Verteidigung“.





