Das rechte Nachrichtenportal Nius ist bekannt für rassistische Hetze und falsche Tatsachenbehauptungen. Ausgerechnet jenes Medium widmete dem Journalisten Tarek Baé einen Schmähbeitrag, in dem behauptet wird, er würde „systematisch Fake News“ verbreiten.
Itidal-Chefredakteur Tarek Baé wehrte sich juristisch gegen die Behauptung und bekam vor dem Landgericht München recht.
Nius behauptete unter anderem, Tarek Baé hätte eine Bildmontage vorgenommen. Es geht um ein Foto, das ein israelischer Soldat veröffentlichte, auf dem zu sehen ist, wie er mit dem Zielrohr seines Scharfschützengewehrs in eine Menge von palästinensischen Zivilisten zielt, die gerade humanitäre Hilfe in Empfang nehmen wollen. Nius stellte nicht nur die Echtheit des Bilds in Frage, sondern warf Baé vor, er hätte das Bild gefälscht.
Außerdem stellte Nius den Tod der palästinensischen Journalistin Marwa Musalim, über die Tarek Baé berichtete, in Frage.
Nius wird vorgeworfen, mit rechtspopulistischer Stimmungsmache, irreführenden Zuspitzungen und mangelnder journalistischer Sorgfalt politische Feindbilder zu bedienen. Wirtschaftlich ist das Portal ein Minusgeschäft: Bis Ende 2024 liefen rund 33 Millionen Euro Verlust auf, die der vermögende Unternehmer Frank Gotthardt durch immer neue Millionenzahlungen ausglich. Es geht offenbar um die Verbreitung gewisser Ansichten und nicht um Profitabilität.
Weil Nius auf die Anordnung des Landgerichts München, die Falschaussage über Tarek Baé zu unterlassen, nicht sofort reagierte, musste Nius eine Zwangsvollstruckungsgebühr zahlen, um ein Ordnungsmittelverfahren zu vermeiden.
Tarek Baé war in der Vergangenheit immer wieder Ziel von Feindbildmarkierung und falschen Tatsachenbehauptungen. Das israelische Militär führt ihn wegen seiner kritischen Berichterstattung auf einer Feindesliste.