Vielen Menschen in Gaza war ihre Stimme vertraut. Marwa Musalim war Moderatorin beim Radiosender Al-Shabab (die Jugend). In ihrer Morgensendung “That” beschäftigte sich die Journalistin mit den sozialen Fragen Gazas. Auch nach dem Beginn des Genozids ließ sie von ihrem Job nicht ab. Obwohl es bekanntermaßen immer gefährlicher für Journalistinnen und Journalisten wurde.
Anfang Juli hörte man ihre Stimme ein letztes Mal. Nach einem israelischen Angriff auf ihr Wohnhaus war sie unter Trümmern vergraben. Ihre Hilferufe gingen um die Welt. Aber unter der konstanten Bombardierung Gaza-Stadts durch das israelische Militär konnte niemand an sie herankommen. Die “International Federation of Journalists” (IFJ) gibt an, dass am 5. Juli das letzte Lebenszeichen von ihr zu hören gewesen sei. Die UN und der Rote Halbmond riefen Israel dazu auf, Rettungsteams zur Angriffsstelle zu lassen. Vergeblich.
44 Tage später folgte die bittere Gewissheit. Israel hat die Journalistin getötet. Rettungskräfte haben ihre Überreste, sowie die Überreste ihrer beiden Brüder Mutaz und Muntazer 44 Tage später bergen können. Die Bilder schockieren. Übrig von ihr seien nur noch ihre Knochen, so die Videoaufnahmen von TRT World und Al Jazeera vor Ort.
Die 29 Jahre junge Marwa Musalim weigerte sich bis zu ihrem Tod, ihren Job als Journalistin aufzugeben. Sie interviewte die Zivilisten Gazas und ließ sie ihre persönlichen Geschichten erzählen.
Ihre Geschichte ist nun, dass sie zu den knapp 270 von Israel getöteten Journalistinnen und Journalisten in Gaza gehört. Ein Opfer des israelischen Kriegs gegen die freie Presse.