In neuen, detaillierten Zeugenaussagen verschleppter Palästinenser aus Gaza berichten Überlebende von Vergewaltigungen durch israelische Soldaten, erzwungenem Entkleiden, dem Filmen sexualisierter Gewalt sowie dem Einsatz von Gegenständen und Hunden als Mittel zum sexuellen Missbrauch.
Die Juristinnen und Juristen des Palestinian Centre for Human Rights (PCHR) sprechen von einer organisierten Praxis. Das sind keine Einzelfälle.
„Sie fesselten mich, zwangen mich, mich auszuziehen, beschimpften mich und vergewaltigten mich wiederholt. Ich schrie, sie lachten und filmten“, sagt N.A., 42-jährige Mutter aus dem nördlichen Gazastreifen, die im November 2024 an einem israelischen Kontrollpunkt verschleppt wurde, gegenüber PCHR. „Man drohte mir mit weiterer sexueller Gewalt, auch gegen meine Familie. Ich verlor das Bewusstsein vor Schmerz und Scham“, sagt T.Q., 41, der 22 Monate in israelischer Gefangenschaft war. „Wir wurden nackt gemacht. Soldaten ließen Hunde über uns herfallen; einer der Hunde vergewaltigte mich, während die Soldaten mich schlugen und Pfefferspray einsetzten“, berichtete A.A., 35, der im März 2024 aus dem Al-Schifa-Krankenhaus in das Folterlager Sde Teiman verschleppt wurde wurde.
Auch andere unabhängige Recherchen und Leaks stützen das Bild einer barbarischen Gewaltpraxis in israelischen Folterlagern wie Sde Teiman: Israels Channel 12 sendete Überwachungsvideos, die eine Vergewaltigung eines Palästinensers; The Guardian veröffentlichte dazu Analysen und berichtete zudem über weitere Folter- und Sexualdelikte gegen palästinensische Ärztinnen und Ärzte in Gewahrsam.
B’Tselem beschreibt Israels Gefängnis- und Lagerregime seit 2024 als „Netzwerk von Foltercamps“, in dem physische wie psychische Qual systematisch eingesetzt werden. Sexuelle Gewalt sei ein wiederkehrendes Motiv.
Die UN dokumentiert ebenfalls werden Verschleppung, Folter, sexualisierte Gewalt und Haftbedingungen, die die Würde der Betroffenen gezielt brechen sollen. Die UN fordert unabhängige Ermittlungen und uneingeschränkten Zugang zu den Einrichtungen.
Bis auf Itidal berichtet kein deutsches Medium über die neuen Untersuchungen.
Anlaufstellen im Umgang mit sexueller Gewalt
Muslimisches SeelsorgeTelefon (MuTeS) 030 443 509 821
Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen 08000 116 016
Hilfetelefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530