Judith Bernstein ist verstorben. Ein Verlust für unsere Gesellschaft. Judith Bernstein war jahrzehntelang im Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit, unter anderem in der Jüdisch-Palästinensischen Dialog-Gruppe München sowie in der Jüdischen Stimme für Gerechten Frieden in Nahost.
Ich habe Judith Bernstein sehr geschätzt. Sie gehörte zu der seltenen Art von Menschen, die ohne Rücksicht auf Verluste für ihre Überzeugungen einstehen. Sie gab als deutsche Jüdin der deutschen historischen Verantwortung eine klare, kluge und empathische Perpsektive. Gerade jetzt, während des Genozids in Gaza, nahm sie kein Blatt vor den Mund.
„Auschwitz kann kein Freibrief für Menschenrechtsverletzungen sein“, sagte sie bezüglich Israels Verbrechen gegen Palästinenser. Deutschlands Polltik und Medien werden dieser wichtigen Stimme nicht den gebührenden Respekt geben. Also sollten wir es tun.
„Über Jahrzehnte hinweg war sie eine unserer prägendsten Stimmen, eine unermüdliche Brückenbauerin und eine moralische Orientierung; ihr Wort hatte Gewicht, sie sprach klar, furchtlos und gewaltfrei – eine öffentliche Stimme für Menschenrechte, für internationale Verantwortung und für eine Politik der Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern“, schreibt die Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München.
„Für Jahrzehnte hat sie die Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München geprägt, sich nie unterkriegen lassen und uns Mut zugesprochen, den politischen Kampf nie aufzugeben; wir behalten sie als eine mutige, kämpferische und integre Person in Erinnerung, die trotz heftiger Anfeindungen ihren besonnenen, liebevollen Umgang mit ihren Mitmenschen nie aufgegeben hat – wir werden sie nie vergessen“, so ihr Mitstreiter Jochim Varchmin und die Jüdische Stimme.
Judith Bernstein schickte mir die Worte einer Rede des ehem. palästinensischen Präsidenten Arafat, in denen es heißt: „Das ist ein Verbrechen. Und darüber zu schweigen, ist ein Verbrechen. Die Presse ist komplizenhaft in diesem Verbrechen. Geht und verbreitet die Nachricht über dieses Verbrechen.“
Versprochen. Wir werden die Wahrheit weiter verbreiten.
Ich spreche der Familie Bernstein, sowie allen Mitstreiterinnen und Mitstreitern mein Mitgefühl aus.