An der Humboldt Universität in Berlin stimmte das Studierendenparlament über einen Antrag ab, Titel: „Solidarität mit Palästina, Beteiligung der HU am Völkermord beenden“. Über 90 % dafür, 2 dagegen. Entschieden ist also: Die Uni soll offenlegen, welche Kooperationen sie mit israelischen Hochschulen unterhält, und sie beenden. Stattdessen soll sie mit palästinensischen und libanesischen Universitäten zusammenarbeiten und Stipendien an Studierende vergeben, die aus dem Krieg kommen.
Vier Partnerhochschulen wären betroffen, darunter die Universität Tel Aviv. Warum, steht im Bericht der Palestine Solidarity Platform, auf den sich der Antrag stützt. Keine dieser Universitäten ist ein neutraler Ort der Forschung. Sie arbeiten mit der Rüstungsindustrie, entwickeln Drohnen, Überwachungstechnik und KI-Systeme für automatisiertes Töten. Sie bilden Soldaten aus und rechnen ihnen den Militärdienst als Studienleistung an. Die Hebräische Universität Jerusalem steht selbst auf illegal besetztem Land. Der Internationale Gerichtshof rät von Beziehungen zu illegalen israelischen Siedlungen ab.
Eine Sprecherin des Studierendenparlaments erklärt, der Boykott richte sich gegen Institutionen, nicht gegen Menschen. Wer als kritischer Wissenschaftler in Israel arbeitet, bleibt Partner. Viele von ihnen fordern den Druck von außen selbst. Unter den Antragstellern sind auch jüdische Studierende. Trotzdem werfen CDU Berlin und andere Stimmen direkt „Antisemitismus“ vor. Ohne Belege. Berlins Bürgermeister Kai Wegner unterschrieb eine Absichtserklärung mit Israel Aerospace Industries, ein Zentrum für Luftfahrt und Verteidigung, mögliche Waffenproduktion inklusive, direkt neben den Instituten der HU. Deshalb fordern die Studierenden auch eine Zivilklausel gegen mögliche Zusammenarbeit von ihrer Universität.
Die Entscheidung des Studierendenparlaments ist eine maßgebliche Empfehlung. Die Uni-Leitung kann aber nicht zur Umsetzung gezwungen werden. Auch wenn die Leitung bereits deutlich machte, dass sie den Boykott ablehnt und die demokratische Wahl ignorieren will, haben die Studierenden deutlich gemacht, wofür sie mehrheitlich stehen.