Die Fakten aus der Behördenstatistik: Mit 88 % sind „Weiße“ am häufigsten des Missbrauchs von Kindern beschuldigt. Das ist über dem Anteil an der Bevölkerung: 83 %. Pakistanis bilden lediglich 2 % der Beschuldigten, unter ihrem Bevölkerungsanteil (2,5 %). Kurz: Es ist – wie immer – eine rassistische Hetzjagd, die einzelne Verbrechen auf ganze Menschengruppen projiziert, um anzustacheln, obwohl die Faktenlage eine andere ist.
Doch ist denn irgendetwas dran der Story? Nein, nicht wirklich. Im Rahmen des globalen Rechtsrucks, an dem Musk und andere Rechte aktuell arbeiten, wurde ein Vorfall aus dem Jahr 2012 hochgespült. Damals flog im britischen Rochdale ein Missbrauchsring auf. Weil es zunächst wenig Festnahmen gab, machte da schon der Vorwurf die Runde, die Polizei würde nicht richtig vorgehen, weil sie „nicht rassistisch wirken“ wollte. Fakt ist aber: Alle Verdächtigten, die in dem Fall tatsächlich mehrheitlich pakistanische Herkunft hatten, sind in Haft. Und auch sie sind in die Statistik eingeflossen.Elon Musk teilte einen Beitrag der pro-israelischen Hetzseite „Visegrad 24“. In dem Beitrag wird behauptet, Pakistaner würden 80 % der „Gang-Rapes“ ausmachen und „Weiße“ nur 3,6 %. Wie immer: Fake News. Der erwähnte „Cockbain-Report“ zu Gang-Rapes existiert überhaupt nicht. Die Wissenschaftlerin Dr. Ella Cockbain hat solche Zahlen nie verwendet. Noch wichtiger: Die Behörden unterschieden nicht zwischen „Rape“ und „Gang-Rape“. Jeder (gemeldete) Missbrauch fließt in die echte Statistik. Das hält Elon Musk aber nicht ab, den Rücktritt des britischen Premierministers, Kair Starmer zu verlangen. Ja, basierend auf Fake News.
Niemand wird solche Fälle ernsthaft kleinreden oder gar gutreden. Im Gegenteil: In der britischen Gesellschaft gibt es einen breiten Konsens in der Ablehnung. Und natürlich wird auch in der pakistanischen und in der britisch-muslimischen Community Kindesmissbrauch mit aller Härte verurteilt. Auf dem Rücken der schutzlosen Opfer aber soll ein Feindbild bedient werden. Musk, der Propaganda für die AfD macht, setzt sich in etwa damit zusammenhängend für die Freilassung des inhaftierten Rechtsextremisten Tommy Robinson ein. Es geht nicht um Recht und Ordnung, es geht um das genaue Gegenteil. Um Destabilisierung, Spaltung, Hetze und Rassismus. Jede kluge Gesellschaft muss diese Gefahr schleunigst verstehen. Mit Trumps Präsidentschaft wird die Einmischung in Europa noch weiter zunehmen. Und die schlimmsten Akteure, u.a. waschechte Nazis, erhalten tatkräftige Unterstützung vom reichsten Mann der Welt und dem mächtigsten Land der Welt.

Gründer und Chefredakteur von Itidal. Berliner Patriot. Tarek Baé ist Journalist und Bestseller-Autor aus Berlin. 2021 gründete er die freie Medienplattform Itidal, arabisch für Gleichgewicht. Benannt hat er das Medium nach seiner Großmutter Itidal, von der er sagt, sie hätte mit ihrer Standhaftigkeit und gleichzeitigem Sanftmut ein lebendiges Beispiel des Gleichgewichts symbolisiert.
Er schaffte es mit seinen Kritiken und Recherchen auf die Feindeslisten des israelischen Militärs und der Terrorgruppe Daesch (IS).
“Ich schreibe für das große, inklusive Wir, zu dem jede und jeder gehören kann. Und ja, ich schreibe auch mindestens genauso leidenschaftlich gegen all jene, die dieses Wir angreifen.”
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Themen: Rassismus




