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Repression gegen Proteste Nach Vorbild Trump: Berlin will vier Aktivisten wegen israelkritischer Proteste abschieben

Tarek Baé Von Tarek Baé
01.04.2025
in Nachrichten
2 Min. Lesezeit
Nach Vorbild Trump: Berlin will vier Aktivisten wegen israelkritischer Proteste abschieben

Photographer: Geni Hoka

Gefährliche Grenzüberschreitung in Berlin. Deutschland folgt dem extremen Vorbild Trump: Vier ausländische Aktivisten sollen abgeschoben werden – wegen ihrer Beteiligung an israelkritischen Protesten. Die Betroffenen haben keine Vorstrafen. Dennoch sollen sie bis zum 21. April das Land verlassen, sonst droht die Zwangsausweisung, so Recherchen von Hanno Hauenstein in The Intercept.

Juriststen und Bürgerrechtsgruppen schlagen Alarm: Der Vorwurf lautet, Berlin bediene sich migrationsrechtlicher Mittel, um politisch missliebige Stimmen mundtot zu machen.

Besonders brisant: Drei der Betroffenen stammen aus EU-Staaten, genießen also eigentlich Freizügigkeit. Dennoch beruft sich das Bundesland Berlin in den Abschiebungsverfügungen auf eine angebliche „Gefahr für die öffentliche Ordnung“. Grundlage sind teilweise vage Vorwürfe: Teilnahme an einer Sitzblockade, Mitlaufen bei einer Uni-Besetzung, Rufen verbotener Slogans. Konkrete Straftaten? Fehlanzeige.

Interne E-Mails zeigen: Selbst die Berliner Ausländerbehörde hatte rechtliche Bedenken. Ihre Spitze warnte, die Beweislage reiche für eine Ausweisung nicht aus. Doch das Innenressort unter SPD-Senatorin Spranger setzte sich durch – mit Verweis auf die „Staatsräson“, Deutschlands Selbstverpflichtung zur Solidarität mit Israel. Juristisch ist das höchst umstritten: Laut Verfassungsrechtlern ist „Staatsräson“ nur ein politischer Begriff, kein rechtsverbindlicher.

Menschenrechtsanwalt Alexander Gorski spricht von einem „Testlauf für autoritäre Maßnahmen“. Die vier würden als „Versuchskaninchen“ herhalten, um migrationsrechtliche Repression gegen regierungskritische Proteste zu erproben.
Ein Protest, der friedlich begann, könnte für einige zur lebensverändernden Zäsur werden – aus politischen Gründen. Ob Gerichte das mittragen, bleibt abzuwarten. Die Betroffenen haben Klage eingereicht. Ihr Ziel: bleiben.

  • Tarek Baé

    Gründer und Chefredakteur von Itidal. Berliner Patriot. Tarek Baé ist Journalist und Bestseller-Autor aus Berlin. 2021 gründete er die freie Medienplattform Itidal, arabisch für Gleichgewicht. Benannt hat er das Medium nach seiner Großmutter Itidal, von der er sagt, sie hätte mit ihrer Standhaftigkeit und gleichzeitigem Sanftmut ein lebendiges Beispiel des Gleichgewichts symbolisiert.

    Er schaffte es mit seinen Kritiken und Recherchen auf die Feindeslisten des israelischen Militärs und der Terrorgruppe Daesch (IS).

    “Ich schreibe für das große, inklusive Wir, zu dem jede und jeder gehören kann. Und ja, ich schreibe auch mindestens genauso leidenschaftlich gegen all jene, die dieses Wir angreifen.”

    Alle Beiträge
Themen: BerlinIsraelMigrationProtesteUSA

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