Die AfD-Stadträtin Silke Koch hat Muslime als „Dreck“ bezeichnet. Als erstes berichtete der Mannheimer Morgen über die Hintergründe.
Silke Koch ist seit 2024 für die AfD im Mannheimer Gemeinderat. Die AfD ist bei der Kommunalwahl mit 14,2 % reingekommen. Ihr Ehemann, Heinrich Koch, ist Fraktionschef der AfD.
Auf WhatsApp teilte Silke Koch Bilder von Badegästen in einem Schwimmbad. Zwei augenscheinlich muslimische Frauen, erkennbar durch einen Burkini, wurden offenbar ohne Einverständnis abfotografiert. Ein Foto zuvor zeigte das Rheinauer Parkschwimmbad. Dazu schrieb sie „so schön“. Unter das Foto mit den Musliminnen schrieb Silke Koch: „Bis auf den Dreck“. Unter ein weiteres Foto einer Muslimin schrieb sie „gut dass das Becken gechlort ist“. Unter ein viertes Foto, auf dem ein Mann neben einer Muslimin zu sehen ist, schrieb Silke Koch „das ist der fette Shariachef dazu“.
Itidal schickte der AfD Mannheim eine Presseanfrage. Unter anderem wollte die Redaktion wissen, ob sich die AfD von den antimuslimischen Kommentaren distanziert und ob es Konsequenzen geben wird. Die AfD reagierte auf die Anfrage nicht.
Der Mannheimer Morgen berichtet, Silke Koch hätte die Urheberschaft ihrer Äußerungen bestätigt. Auch dabei soll es keine Distanzierung gegeben haben. Die Aussage mit dem Chlor hätte sich angeblich auf Hygieneanforderungen bezogen. Das besagte Schwimmbad erklärt, keinerlei Probleme wegen der Badebekleidung seiner Gäste zu haben. „In Mannheim funktionieren die gegenseitige Rücksichtnahme und Toleranz“, so das Bad auf Anfrage des Mannheimer Morgens.
Die Schmähung von Minderheiten als Schmutz oder Dreck, den es (z.B. mit Chlor) zu reinigen gelte, ist ein typisches Motiv des Rassismus des Nationalsozialismus.
Es wurde Strafanzeige gegen Silke Koch gestellt.
Koch und die AfD Mannheim machten in der Vergangenheit bereits Wahlkampf gegen Muslime. So gab es Hetze gegen eine Moschee in Mannheim sowie gegen muslimische Schülerinnen und Schüler.