Die Lehrerin Fatma Kan aus Berlin wurde mit dem Deutschen Lehrkräftepreis 2025 ausgezeichnet. In der Kategorie, in der Lehrkräfte von ihren Schülerinnen und Schülern selbst nominiert werden.
Die Englisch- und Deutschlehrerin unterrichtet in Berlin-Wedding an einer Schule für Kinder aus benachteiligten Familien. Ihre Schule hat eine Abschlussquote von 100 % und liegt damit deutlich über dem Durchschnitt.
In ihren Nominierungen für den Deutschen Lehrkräftepreis 2025 beschreiben ihre Schülerinnen und Schüler sie als „nicht einfach nur eine Lehrerin, sondern auch ein echtes Vorbild“. Besonders ihre „Energie und Leidenschaft“ würden den Unterricht tragen. Sie „ermutigt uns, an uns selbst zu glauben“ und fordere die Klasse immer wieder dazu auf, „selbstständig zu denken und Verantwortung zu übernehmen“.
Ihre Klasse überraschte sie mit der Nominierung. Die Kinder teilten es ihrer Lehrerin mit einem unerwarteten Konfetti-Regen und Blumen mit.
Kan unterrichtet Deutsch und Englisch an der Quinoa – Bildung für hervorragende Lebensperspektiven gGmbH, ist Fachbereichssprecherin für Englisch und Klassenleiterin. Die Kinder heben hervor, dass sie ihnen „die Freiheit gibt, kreativ zu sein und eigene Ideen einzubringen“. Ebenso wichtig sei ihr respektvoller Umgang: „Sie behandelt uns immer mit Respekt und begegnet uns auf Augenhöhe.“
Der Unterricht gehe dabei über Fachinhalte hinaus. „Bei ihr geht’s nicht nur um Noten – sie sorgt dafür, dass wir als Menschen wachsen“, heißt es in einer Einreichung. Für viele sei sie eine Lehrerin, die zeige, „dass man seine Träume erreichen kann, egal welche Hürden im Weg stehen“. Die Auszeichnung würdigt damit eine Pädagogik, die fachliche Kompetenz mit persönlicher Ermutigung verbindet.
Fatma Kan ist unter den Preisträgerinnen- und trägern die einzige muslimische Lehrkraft mit Kopftuch. Die Deutsch-Türkin zeigt sich positiv: „Es ist egal, woher ihr kommt und woran ihr glaubt, keiner kann euch Steine in den Weg legen. Mir macht es Spaß, den Schülerinnen und Schülern zu zeigen: Aus mir kann etwas werden, auch wenn ich zu Hause kein Deutsch spreche. Im Gegenteil, diese Multikulturalität ist ein Schatz in der Hand – auch wenn es nicht ganz einfach ist, das im ersten Moment zu erkennen“, erklärt sie der Presse.