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Wael Dahdouh: Symbol des Leidens und der Unbeugsamkeit

Im Schatten des Krieges wachsen neue Helden aus Gaza. Wael Dahdouh ist nur einer von vielen Journalisten, die durch ihren unermüdlichen Einsatz zeigen, wie groß ein Mensch werden kann.

Von Tarek Baé
15.12.2023
in Debatte, Nachrichten
Wael Dahdouh: Symbol des Leidens und der Unbeugsamkeit

Die erschütternde Geschichte von Wael Dahdouh, dem berühmten palästinensischen Journalisten, der für Al Jazeera arbeitet, ist ein Zeugnis des unerbittlichen Leidens und der unglaublichen Standhaftigkeit. Nach dem Verlust seiner Frau und vier Kinder durch israelische Bomben, wurde er nun selbst, trotz seiner deutlich gekennzeichneten Presseweste, von israelischen Soldaten angeschossen. Sein Zustand ist stabil, aber sein Kameramann Samer Abu Daqqa wurde bei demselben Angriff getötet.

Die Angriffe auf Dahdouh und seine Familie sind keine isolierten Vorfälle, sondern Teil eines erschreckenden Musters. Israel führt in Gaza einen Krieg nicht nur gegen Zivilisten, sondern auch gegen Journalisten – eine Tatsache, die durch internationale Organisationen wie das Komitee zum Schutz von Journalisten (CJP) und die Internationale Journalistenföderation (IFJ) bestätigt wird. Diese Organisationen sprechen von einem systematischen „Muster der Angriffe“ und einem gezielten „Ins-Visier-Nehmen“ von Journalisten.

Carlos Martinez de la Serna vom CJP drückt tiefe Besorgnis über das Muster der Angriffe auf Al Jazeera-Journalisten und ihre Familien aus. Tim Dawson von der IFJ bezeichnet die Situation, in der viele palästinensische Journalisten ins Visier genommen werden, als „erschreckend und unverzeihlich“. Mit 90 getöteten Journalisten in Gaza, wie Al Jazeera berichtet, steht die Welt vor einer alarmierenden Realität.

Doch trotz der offensichtlichen Gefahren hört Wael Dahdouh nicht auf zu berichten. Einen Tag nach der Beerdigung seines Kollegen Samer Abu Daqqa setzt er seine Arbeit fort. Er steht als Symbol für die Widerstandsfähigkeit und Unbeugsamkeit des palästinensischen Journalismus.

Die Frage, die bleibt, ist: Wo bleibt der Aufschrei unserer Presse? Wo bleibt die internationale Empörung und Aktion gegen diese gezielten Angriffe auf Journalisten, die nur ihre Pflicht erfüllen, die Welt über das Geschehen in Gaza zu informieren? Die Antwort auf diese Frage ist nicht nur für die Zukunft des Journalismus in Konfliktgebieten, sondern auch für die Glaubwürdigkeit der internationalen Gemeinschaft von entscheidender Bedeutung.

  • Tarek Baé

    Gründer und Chefredakteur von Itidal. Berliner Patriot. Tarek Baé ist Journalist und Bestseller-Autor aus Berlin. 2021 gründete er die freie Medienplattform Itidal, arabisch für Gleichgewicht. Benannt hat er das Medium nach seiner Großmutter Itidal, von der er sagt, sie hätte mit ihrer Standhaftigkeit und gleichzeitigem Sanftmut ein lebendiges Beispiel des Gleichgewichts symbolisiert.

    Er schaffte es mit seinen Kritiken und Recherchen auf die Feindeslisten des israelischen Militärs und der Terrorgruppe Daesch (IS).

    “Ich schreibe für das große, inklusive Wir, zu dem jede und jeder gehören kann. Und ja, ich schreibe auch mindestens genauso leidenschaftlich gegen all jene, die dieses Wir angreifen.”

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